Ungarisches aus der Romandie

Quasi zweieinhalb Ungarn präsentiert das Programm des Orchestre de chambre de Lausanne. Brahmsens Liebe zur ungarischen Musik zeigt sich in manchem seiner Werke, allerdings nicht in der Zweiten Sinfonie. Diese scheint ihre Inspiration mehr in der lieblichen Landschaft des Wörthersees zu finden,

wo sie 1877 entstand. Auch hier jedoch verbindet Brahms diese idyllische Anmutung mit der rigorosen thematischen Arbeit, die er sich in der ersten Sinfonie so hart erworben hatte.
Umso ungarischer die beiden andern Werke des Konzerts. Oder doch nicht so ganz? Eines von Bartoks populärsten Werken basiert nicht auf ungarischen, sondern auf rumänischen Tänzen, und György Ligeti (wie Bartok im heutigen Rumänien geboren) öffnete die Musik seiner späteren Zeit den vielfältigsten Einflüssen aus aller Welt, auch sie verbunden mit raffinierten strukturellen Elementen.

Béla Bartók: Rumänische Volkstänze
György Ligeti: Violinkonzert
Johannes Brahms: Sinfonie Nr. 2 D-Dur op. 73

Orchestre de chambre de Lausanne
Karl-Heinz Steffens, Leitung
Michael Barenboim, Violine

Konzert vom 13. Januar 2015, Opéra de Lausanne

Redaktion: Roland Wächter