Dandong: Chinas Balanceakt an Nordkoreas Grenze

  • Samstag, 26. Oktober 2019, 9:08 Uhr
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Dandong ist eine vibrierende Stadt im Nordosten Chinas, am Fluss Yalu, der Grenze zu Nordkorea. Und just von diesem Nachbarn hängt der Wohlstand der Stadt ab – das in Zeiten verschärfter Sanktionen gegen Nordkorea. In Dandong wird das ambivalente Verhältnis der beiden Staaten besonders deutlich.

Symbol einer schwierigen Beziehung: Chinas Autobahnbrücke über den Yalu endet in Nordkorea auf einem offenen Feld.
Bildlegende: Symbol einer schwierigen Beziehung: Chinas Autobahnbrücke über den Yalu endet in Nordkorea auf einem offenen Feld. SRF. Martin Aldrovandi

Handel mit Nordkorea ist weitgehend verboten. Die Stadt Dandong aber lebt davon - oder versucht davon zu leben. Der Warenstrom über die «Freundschaftsbrücke» ist schwächer geworden. Letztes Jahr soll der Handel auf die Hälfte des Vorjahres abgesackt sein. Denn wenn Nordkorea etwa keine Kohle oder keine Meeresfrüchte mehr nach China liefern kann, fehlen dem Land die Mittel, den Chinesen Gebrauchsgüter und Lebensmittel abzukaufen. So treffen die Sanktionen auch China.

China trägt die verschärften Sanktionen gegen Nordkorea zwar offiziell mit. Aber im wirtschaftlichen Mikroklima der Grenzstadt Dandong schauen die Behörden oft auch weg und dulden Schmuggel und Umgehungsgeschäfte stillschweigend, damit der Handel in der Zweieinhalb-Millionen-Stadt nicht ganz zum Stillstand kommt. Aber auch um einen wirtschaftlichen Kollaps Nordkoreas zu verhindern.

Im Koreakrieg in den 50er Jahren unterstützten die Chinesen Nordkorea und stoppten so den Vormarsch der US-Truppen. Nach dem Krieg begannen die Nordkoreaner aber ihren eigenen Weg zu gehen und versuchen dabei, auch China auf Distanz zu halten.
Das zwingt Peking zu einem schwierigen Balanceakt im Umgang mit seinem widerspenstigen Nachbarn Nordkorea.

Autor/in: Martin Aldrovandi, Redaktion: Martin Durrer