Susa - ein Tunnel spaltet Italiens Gesellschaft

  • Samstag, 22. Juni 2019, 9:08 Uhr
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    • Samstag, 22. Juni 2019, 9:08 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
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Die Eisenbahn zwischen Italien und Frankreich ist veraltet, die Strecke am Mont Cenis zu steil und der Tunnel zu eng. Ein neuer Basistunnel soll Abhilfe verschaffen. Im italienischen Susatal wehrt sich die Bevölkerung gegen den Tunnel, während die Wirtschaft dafür kämpft und auf Arbeitsplätze hofft.

«No Tav» – kein Hochgeschwindigkeitszug. Das ist der Kampfruf der Gegner. Eine der vielen No Tav-Fahnen am 1. Mai-Umzug in Turin.
Bildlegende: «No Tav» – kein Hochgeschwindigkeitszug. Das ist der Kampfruf der Gegner. Eine der vielen No Tav-Fahnen am 1. Mai-Umzug in Turin. SRF. Franco Battel.

Eigentlich sollte der Tunnel, dessen Bau Paris und Rom vereinbart haben, verbinden. Aber in Italien spaltet er die Gesellschaft. Denn dieser Kampf wird vor dem Hintergrund einer langen Wirtschaftskrise ausgetragen. Die Folgen dieser Krise sind auch im Susatal spürbar: Tausende Arbeitsplätze gingen in den letzten Jahren verloren. Gleichzeitig spart der Staat bei Spitälern, Schulen oder beim Nahverkehr. Die vielen Verlierer der Krise glauben nicht daran, dass ihnen der milliardenschwere Tunnel nach Frankreich etwas bringt.

Gespalten sind nicht nur das Susatal und die Region Piemont. Auch die Regierung in Rom aus Cinque Stelle und Lega ist sich uneins. Die von Beppe Grillo gegründete Protestpartei der Fünf Sterne will den Tunnel verhindern, weil er viele koste und wenig nütze. Die Lega hingegen macht sich für den Tunnel stark, weil er Arbeitsplätze und Wohlstand bringen soll. Ein Kompromiss ist bisher nicht in Sicht – während auf französischer Seite bereits gebaut wird.

Autor/in: Franco Battel, Redaktion: Brigitte Zingg | Technik: Eric Held