Serge Gainsbourg «Confidentiel» (1963)

Es war ja nicht erst die Affäre mit Brigitte Bardot, die die Musik von Serge Gainsbourg erotisierte - auch wenn das eine schöne Geschichte wäre. Aber sexualisiert und näher bei der Beatmusik als beim Jazz war die Musik von Serge Gainsbourg auch schon im reduzierten Setting von «Confidentiel».

Zum allzu oft alkoholisierten, manchmal schmierigen dirty old man wurde Serge Gainsbourg ja erst in den späteren Jahren. Sexuell aufgeladene, genial doppeldeutige Texte aber und sozusagen musikalische Griffe in den Schritt des gutbürgerlichen Paris, die hatte er schon früh auf Lager.

Auf seinem fünften Album «Confidentiel» zum Beispiel: So jazzig-reduziert das Setting noch ist mit Gitarre, Kontrabass und Stimme, so eindeutig ist die Ansage des ersten Stücks «Chez les yéyés»: Serge Gainsbourg ist der Sänger der sexuellen Revolution, der einheimische Held der jugendlichen Fans der Beat- oder eben: Yéyé-Musik.

Redaktion: Jodok Hess