Protestsongs im Jazz – Sublimierter Zorn, schöne Musik

Jazz ist erst einmal schwarze Musik. Die Geschichten von schwarzen Jazzmusikerinnen und -musikern, die unter dem alltäglichen Rassismus litten, sind zahllos. Und musikalische Reaktionen darauf ziehen sich durch die ganze Jazzgeschichte.

Jazzsängerin Billie Holiday singt 1939 den Protestsong "Strange Fruits"
Bildlegende: Jazz als Protest: Billie Holiday performt "Strange Fruits" bei einer Studioaufnahme im April 1939 Keystone

Der berühmteste und meistgespielte Protestsong im Jazz ist zweifellos Billie Holidays «Strange Fruit», das Lied, das von den merkwürdigen Früchten der Bäume in den Südstaaten erzählt, gelynchten Schwarzen nämlich. Songs, die so explizit werden, sind vor dem Krieg selten, eher werden die Zustände umschrieben oder karikiert. Ab den Sechzigerjahren ändert sich das, parallel zum «Civil Rights Movements» Martin Luther Kings getrauen sich junge Musiker, die Misere zu benennen. Die Qualität der Musik allerdings stand meist im Zentrum, der Zorn ist sublimiert.

Moderation: Annina Salis, Redaktion: Beat Blaser