Die Zeitung: vom Aussterben bedroht?

Mehr als 200 Zeitungen sind in den vergangenen 70 Jahren spurlos von der Bildfläche verschwunden. In den letzten 10 Jahren ist die Gesamtauflage aller Zeitungen zudem um eine halbe Million gesunken. Dennoch will der Verband der Schweizer Presse nicht von einem «Zeitungssterben» sprechen.

 

Die Jungfrauzeitung trotzt dem Zeitungssterben

Die Lokal-Zeitung wurde vor 10 Jahren im Berner Oberland gegründet und hat sich seither erfolgreich behauptet. Der Grund liegt unter anderem im konsequenten Blick auf die Region und einem innovativen Internet- und Mobil-Angebot.

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  • Die Zeitung: vom Aussterben bedroht?

    In den vergangenen 70 Jahren sind in der Schweiz mehr als 200 Zeitungen von der Bildfläche verschwunden. Darunter waren auch bekanntere Titel wie «Cash«, «Neue Zürcher Nachrichten», «die Tat» oder «la Suisse».

    Auch die Zeitungsauflagen haben gelitten. In den letzten 10 Jahren ist die Gesamtauflage aller Zeitungen um eine halbe Million gesunken.

    Obwohl diese Zahlen eine deutliche Sprache sprechen, will der Verband der Schweizer Presse kein «Zeitungssterben» sehen. Gerade im lokalen und regionalen Bereich seien in der Vergangenheit auch immer wieder neue Zeitungen gegründet worden.

    Mit innovativen Geschäftsmodellen könne dieser Nischenmarkt durchaus funktionieren, argumentiert der Verband. Erfolgsgeschichten wie beispielsweise die der «Jungfrauzeitung» in Interlaken untermauern diese These.

    Yvonne Hafner

  • Die «Jungfrau Zeitung» trotzt dem Zeitungssterben

    Mit einer Auflage von 10'000 Exemplaren ist die «Jungfrau Zeitung» in ihrer Erscheinungsregion stark verankert. Einer der Gründe des Erfolgs ist die konsequente Ausrichtung auf das Lokale.

    In Zeiten zunehmender Globalisierung interessiert die Leser das Geschehen direkt vor der eigenen Haustüre wieder mehr.

    Ein weiterer Grund: Die Lokalzeitung ist bei den Inseraten weniger von der Konjunktur abhängig als grössere Tageszeitungen. So verlor die sogenannte «Mikro-Zeitung» im letzten Jahr nur gerade ein Prozent der Inserate, im Branchenschnitt waren es 25 Prozent weniger.

    Die «Jungfrau Zeitung» erscheint zweimal pro Woche auf Papier. Zuvor sind alle Artikel aber schon Online zu lesen, inklusive Version für das Mobil-Telefon. Das innovative Multimedia-Konzept soll nun auch nach Obwalden und Nidwalden exportiert werden.

    Toni Koller