Zum Inhalt springen
Inhalt

«Espresso Aha!» Fürs perfekte Guetzli: Wieviel ist genau eine Messerspitze?

Sind Sie schon mitten im Weihnachtsguetzli-Marathon? Dann hat Ihnen Ihr Rezeptbuch vielleicht schon gesagt, sie sollen eine Messerspitze Nelkenpulver in den Teig mischen. Doch: Wie misst man das genau? Und wie ist das mit der Prise Salz? «Espresso Aha!» definiert die schwammigsten Rezeptangaben.

Legende: Audio «Espresso Aha!»: Wieviel ist eine Messerspitze? abspielen. Laufzeit 03:10 Minuten.
03:10 min, aus Espresso vom 28.11.2016.

Dieses Jahr will die «Espresso»-Redaktion absolut perfekte Weihnachtsguetzli naschen können. Dank der kinderleichten Rezepte für Mailänderli, Zimtsterne, Spitzbuben und Co. ist das eigentlich auch keine grosse Hexerei. Schliesslich sind die Mengenangaben für die Zutaten ganz genau definiert. 250 Gramm Mehl, 2 Eier, 1 gestrichener Teelöffel Backpulver. Alles kein Problem.

Doch jedes Jahr ist da die gleiche Unsicherheit: Nämlich dann, wenn dem Teig für die Pfeffernüsse je eine Messerspitze Nelkenpulver und Muskat hinzugefügt werden soll. Eine Messerspitze ist ein sehr schwammiger Begriff. Und gerade bei so starken Gewürzen spielt die Menge eine nicht unbedeutende Rolle: Nimmt man zu wenig, fehlt den Guetzli der Charakter. Nimmt man zuviel, explodieren die Geschmacksnerven.

Welche Messerspitze ist die richtige?

Machen wir uns auf die Suche nach einer genaueren Definition: In der Besteckschublade liegen Brotmesser, Fleischmesser, Rüstmesser, Tafelmesser. Die einen sind vorne runde und breit, die anderen schmal und eng. Und wo hört eigentlich der Spitz eines Messers auf?

Fragen wir das gute, alte Schulkochbuch. Dort steht: «Eine Messerspitze ist eine kleine Menge eines Pulvers, etwas mehr als eine Prise.» Das hilft nicht weiter. Zudem stellt sich die Frage: Wieviel ist denn genau eine Prise?

Thomas Muralt ist Bäckermeister und Berufsschullehrer für Bäcker, Konditoren und Confiseure. Und er weiss in Sachen Messerspitzen Bescheid:

Ich nehme für das Abmessen einer Messerspitze ein Rüstmesser oder Schnitzerli, wie man auch sagt.
Autor: Thomas MuraltBäckermeister und Berufsschullehrer

Und zwar verwendet er das folgendermassen:

  • Messerspitze ins Gewürzgläschen ca. 5 Millimeter eintauchen
  • Leicht mit dem Finger daran klopfen, damit die oberste Schicht abfällt.
  • Erst dann das Messer aus dem Glässchen ziehen.

Das wäre also geklärt. Bleibt noch die Frage nach der richtigen Prise. Und auch hier hat der Backprofi eine einfache Erklärung bereit:

Für eine Prise tauche ich Daumen und Zeigefinger ins Gewürz, drücke zu und ziehe die Finger raus.
Autor: Thomas MuraltBäckermeister und Berufsschullehrer

Was zwischen den Fingern stecken bleibt, das ist die sogenannte Prise. Somit steht dem ultimativen Guetzligenuss nichts mehr im Weg. Falls nicht andere, vage Masseinheiten in die Quere kommen. Oder was ist ein Schuss Rum? Ein paar Tröpfchen oder doch eher ein zünftiger «Gutsch»? Thomas Muralt hat für «Espresso Aha!» weitere schwammige Rezeptangaben definiert:

Masseinheiten im Kochbuch

Ein Schuss (z.B. Rum)
Für einen Schuss den Daumen auf die Flaschenöffnung halten, so dass gut die Hälfte der Öffnung gedeckt ist und dann die Flasche kurz umdrehen. Bei alkoholischen Getränken ist dies ja auch aus hygienischer Sicht nicht problematisch.
Ein Spritzer
Ein Spritzer funktioniert mit den in Plastikflaschen verkauften Zitronensaftkonzentraten sehr gut. Flasche über das Gefäss halten und einmal kurz etwas drücken. Falls aber frisch ausgepresster Saft verwendet wird, würde ich den Saft mit einem Teelöffel abmessen. Mein Gefühl sagt mir, dass ein Spritzer ca. ein Teelöffel voll ist.
Ein LöffelHier gehe ich von einem gehäuften Löffel aus. Das heisst, mit dem Löffel so viel wie möglich aufhäufen und dann zum Beispiel gegen die Gefässwand leicht abklopfen.
Ein gestrichener Löffel
Der Löffel wird zuerst mit der Zutat so viel wie möglich gefüllt und dann mit einem Messerrücken abgestrichen, damit sich nur noch so viel Material im Löffel befindet, wie wenn ich eine Flüssigkeit darin hätte.
Ein gehäufter Löffel
Mit dem Löffel so viel der Zutat wie möglich aufhäufen und dann zum Beispiel gegen die Gefässwand leicht abklopfen.
Eine Hand voll
Eine Handvoll ist wohl mit der hohlen Hand gemessen und dann wie beim gehäuften Löffel zu verstehen. Von dieser Einheit würde ich eher absehen, weil die Unterschiede je nach Handgrösse beträchtlich sein können und diese eher grosse Mengen sehr gut mit einer Waage abgewogen werden können.

«Espresso Aha!»

«Espresso Aha!»

Jeden Montag beantwortet die Konsum-Sendung «Espresso» auf Radio SRF 1 in der Rubrik «Aha!» eine Frage aus dem Publikum. Haben auch Sie eine? Stellen Sie sie!

1 Kommentar

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Wir haben Ihren Kommentar erhalten und werden ihn nach Prüfung freischalten.

Einen Kommentar schreiben

verfügbar sind noch 500 Zeichen

Mit dem Absenden dieses Kommentars stimme ich der Netiquette von srf.ch zu.

Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.