Gefährliche Produkte: In der Schweiz fehlt der Überblick

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  • Gefährliche Produkte: In der Schweiz fehlt der Überblick

    In der EU werden durch das Schnellwarnsystem «Rapid Exchange of Information System» RAPEX im letzten Jahr 1803 Produkte vom Markt zurückgezogen. Das sind pro Woche durchschnittlich 34. Nur ein Produkt stammte davon aus der Schweiz: Eine belastete Selbstbräunungscreme.

    Bekleidung und Textilien führen die Liste der gefährlichen Produkte an. Beanstandet wurde zumeist Erstickungsgefahr durch zu lange Kordeln und Reizungen durch chemische Behandlung. Auf dem zweiten Platz folgten riskante Spielzeuge. Dort lag die Gefahr beim Ersticken durch das Verschlucken von Einzelteilen. Dahinter landeten Autos mit erhöhtem Verletzungsrisiko und Elektrogeräte mit hohem Stromschlagrisiko, sowie giftige Kosmetika.

    Martina Schnyder / Philip Kempf

  • Teurer Katasterplan: Die amtliche Urkunde ist ein Einzelstück

    Um die 50 bis 100 Franken kostet in der Schweiz ein beglaubigter Katasterplan. Dies ist ein Auszug aus dem Grundbuch mit Grundstücken, Gebäude und Grenzen. Die Preise werden vom Kanton festgelegt. Da stellt sich die Frage, warum kostet ein A4-Blatt grosser Plan so viel Geld?

    «Der Grund ist, dass ein solcher Plan immer eine Einzelanfertigung und eine amtliche Urkunde ist», sagt Reto Jörimann, Kantonsgeometer des Kantons Zug. Ein Katasterplan zeigt beispielsweise verbindlich, wo genau die Grundstückgrenzen durchgehen. Darum braucht es einen solchen Plan auch für ein Baugesuch. Zudem würden im Kanton Zug pro Jahr nur etwa 400 Katasterpläne erstellt. Das sind etwa 2 Stück pro Tag. Eine «Fliessband-Produktion» sei darum nicht möglich, was die Pläne zusätzlich verteuere. «Espresso» hat sich zeigen lassen, wie viele Arbeitsschritte nötig sind, bis so ein Katasterplan ausgedruckt vorliegt. Der reine Arbeitsaufwand, um den Plan zu erstellen, beträgt etwa 15 Minuten. Dazu kommt noch der Beratungsaufwand bei der Bestellung, der Versand und das Inkasso der Rechnung. Insgesamt stecken 30 bis 40 Minuten Arbeit in einem solchen Katasterplan.

    Nicole Roos

  • Falsche Bonuszahlung: Behalten oder zurückzahlen?

    «Espresso»-Hörer Remo Riebel hat sich Anfang Jahr sehr gefreut: Sein Arbeitgeber hat ihm wegen eines guten Geschäftsjahres einen Bonus ausbezahlt. Die Freude währte jedoch nur kurz, der Arbeitgeber forderte den Bonus mittlerweile zurück. Begründung: Es habe einen Berechnungsfehler gegeben.

    Laut «Espresso»-Rechtsexpertin Doris Slongo kann der Arbeitgeber die Bonuszahlung tatsächlich zurückfordern. Dies, wenn die Auszahlung aufgrund eines wesentlichen Irrtums passiert ist, z.B. wenn der Finanzverantwortliche im Unternehmen falsche Zahlen geliefert hat.

    Es gibt jedoch eine Ausnahme. Wenn der Arbeitnehmer sich mit dem Bonus etwas geleistet hat, das er sonst nicht gekauft hätte (z.B. eine grosse Reise), dann muss er den Bonus nicht zurückzahlen. Weitere Voraussetzung ist, dass der Arbeitnehmer nicht ahnen konnte, dass die Bonuszahlung fälschlicherweise erfolgt ist.

    Matthias Schmid