Zum Inhalt springen

Geld Hier können Pendler weniger Steuern abziehen

Seit 2016 begrenzt der Bund die Abzüge für die Fahrkosten bei den Berufsauslagen der Steuererklärung auf 3000 Franken. Viele Kantone entdecken diese Einnahmequelle und begrenzen den Pendlerabzug ebenfalls.

Im Februar 2014 hat das Stimmvolk der sogenannten Fabi-Vorlage zugestimmt und damit mehr Geld für die Bahninfrastruktur bewilligt. Mit dieser Vorlage war verknüpft, dass der Pendlerabzug bei der direkten Bundessteuer auf 3000 Franken beschränkt wird.

Diese neue Regelung stellt es den Kantonen frei, den Pendlerabzug in ihrer Einkommenssteuer ebenfalls zu begrenzen. Davon machen viele Kantone überhaupt keinen Gebrauch, andere schon. Und vielerorts wird leidenschaftlich über die Höhe des Pendlerabzugs gestritten.

Nur 500 Franken Abzug im Kanton Genf

Am weitesten ging der Kanton Genf. Das Kantonsparlament schlug eine Deckelung bei 500 Franken vor. Gegen diese radikale Beschränkung wurde das Referendum ergriffen, das letzte Wort haben die Genfer Stimmbürger.

Auch in anderen Kantonen ist die Frage, ob der Pendlerabzug gedeckelt werden soll, politisch umstritten: In Zürich liebäugelt die Regierung mit der Ankoppelung an die Bundeslösung mit maximal 3000 Franken Steuerabzug für die Fahrtkosten.

Grosszügige Aargauer

Eine Speziallösung wurde vom Stimmvolk des Kantons St. Gallen beschlossen, dort dürfen höchstens Fahrtkosten im Gegenwert eines SBB-Generalabonnements der 2. Klasse abgezogen werden – derzeit also 3655 Franken.

Eine weitere Gruppe von Kantonen beabsichtigt zwar eine Beschränkung oder hat sie bereits beschlossen – aber eine grosszügigere. So gilt seit Jahresbeginn in den Kantonen Thurgau und Nidwalden eine Obergrenze von 6000 Franken, 6700 Franken sind es im Kanton Jura. Und im Kanton Aargau beabsichtigt die Regierung einen Abzug von 7000 Franken, dieser ist dem Parlament aber noch zu gering.

In vielen Kantonen ist eine Beschränkung des Pendlerabzugs schlicht kein Thema (VS, UR, AI, VD, GL), oder eine geplante Deckelung fand keine politische Mehrheit (GR, LU).

Hier geht’s zur Liste der Kantone.

Pendlerabzug nach Kanton (Stand: März 2016)

St.GallenDer Kanton St.Gallen hat per 1.1.2016 den Abzug für Fahrten zwischen Wohn- und Arbeitsstätte auf den Betrag begrenzt, der den Kosten eines General-Abonnements 2. Klasse für Erwachsene entspricht. So können in der Steuererklärung 2016 maximal 3655.- abgezogen werden.
AargauDie Regierung schlägt eine Begrenzung von 7000.- vor. Das Parlament hatte sich auf 10'000.- geeinigt. Die Diskussion geht weiter.
Appenzell ARDer Abzug ist seit 1.1.2015 auf 6000.- beschränkt.
Appenzell IRKeine Begrenzung.
Basel StadtDer Abzug wird auf 3000.- begrenzt.
BasellandDerzeit keine Begrenzung. Die Regierung möchte Obergrenze von 3000.- Diskussion im Parlament steht noch aus. Geplantes Inkrafttreten: 1.1. 2017.
BernAb Steuerjahr 2016 wird der Abzug für Fahrkosten zwischen Wohn- und Arbeitsort beschränkt. Er beträgt bei den Kantons- und Gemeinde-Steuern maximal 6700.-
FreiburgKeine Begrenzung.
GenfIn Genf hat das Parlament den Abzug auf 500.- beschränkt. Dagegen wurde das Referendum ergriffen. Das letzte Wort haben die  Stimmbürger.
GlarusKeine Begrenzung.
GraubündenKeine Begrenzung.
JuraAbzug auf 6700.- begrenzt.
LuzernKeine Begrenzung. Der Kantonsrat lehnte die Vorlage der Regierung ab.
NeuenburgKeine Begrenzung.
NidwaldenDer seit 1.1.2016 geltende Maximalabzug beträgt 6000.-. Dies auch als Folge der Anpassungen beim Bund (FABI).
ObwaldenKeine Begrenzung.
SchaffhausenDer Kantonsrat hat Anfang 2016 beschlossen, den Abzug auf 6000.- festzusetzen.
SchwyzDerzeit keine Begrenzung. Schwyz hat eine Revision des Gesetzes über den öffentlichen Verkehr laufen. Ein Bestandteil ist die Begrenzung des Abzugs auf maximal 6000.-. Die Vorlage kommt noch in die parlamentarische Beratung. Eine Inkraftsetzung wäre auf 1.1.2017 angedacht.
SolothurnKeine Begrenzung.
TessinKeine Begrenzung.
ThurgauAb 1. Januar 2016 beträgt der maximale Abzug 6000.-
UriKeine Begrenzung.
WaadtKeine Begrenzung.
WallisKeine Begrenzung.
ZugDie Kantonsregierung schlägt vor, den Abzug per 1.1.2017 auf 6000.- zu begrenzen. Gesetzgebungs-Prozess noch im Gang.
ZürichDer Antrag der Regierung an den Kantonsrat steht aus. Zur Diskussion steht eine Begrenzung auf 3000 Franken. Dazu wäre eine Volksabstimmung nötig.

11 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Teilen Sie Ihre Meinung... anwählen um einen Kommentar zu schreiben

Wir haben Ihren Kommentar erhalten und werden ihn nach Prüfung freischalten.

Einen Kommentar schreiben

Bitte beachten Sie unsere Netiquette verfügbar sind noch 500 Zeichen

Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.

  • Kommentar von S. Seiler, Bern
    Bei der Durchsicht der Abzüge pro Kanton ist mir der Kanton JU aufgefallen. Per Commique vom 24.09.2015 wurde vom Kt. JU mitgeteilt, dass auf eine Limitierung des Pendlerabzuges auf Kantonsebene verzichtet wird (,,tous les frais de déplacement resteront déductibles comme pour les périodes fiscales précédentes, et cela sans limitation."). Woher ist der hier erwähnte Abzug von 6'700 (Stand März 2016)? Hat sich etwas am Schreiben vom Kt. JU geändert? Ist der Rest der Tabelle dann korrekt...?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen Antworten anwählen um auf den Kommentar zu antworten
  • Kommentar von F. Muster, Zürich
    Das Schweizervolk ist das einzige Volk, das über die Steuern abstimmen darf. Aber was macht das Volk: es nimmt die Volks-feindlichen Abzocker-Abgaben von FABI der BR Doris Leuthard an und löst damit auch noch die Lawine bei den Abzugs-Begrenzungen in den diversen Kantonen aus. Ich weiss von einigen Familien, welche dadurch um einiges mehr an Steuern zu zahlen haben und schmäler durch müssen. Wie dämlich muss man sein, dass man damals diesem Schwachsinn zugestimmt hat.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen Antworten anwählen um auf den Kommentar zu antworten
  • Kommentar von K. Raeschter, Thurgau
    Das alles haben wir der Bundesrätin Doris Leuthard zu verdanken, welche diese Beschränkungen bei den Bundessteuern losgetreten hat. Ich habe einfach meine Mühe mit einer Bundesrätin, welche einer familienfreundlichen Partei CVP angehört und jedes Jahr mit ihren Forderungen noch mehr Geld aus den Familien-Budgets in die Staatskassen abzweigt: höhere Bus/Bahn-Preise, Ausbau-Wahn des ÖVs, FinÖV-Abgaben, FABI-Angaben, niedrige Pendler-Abzüge, höhere Benzinsteuern, höhere Posttarife, usw.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen Antworten anwählen um auf den Kommentar zu antworten