Im Abfall nach Essbarem wühlen

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  • Im Abfall nach Essbarem wühlen

    Menschen, die Abfallcontainer durchsuchen - stets auf der Suche nach Lebensmitteln: Solche Bilder verbinden wir automatisch mit Drittweltländern oder verslumten Mega-Metropolen. Es gibt aber auch in der Schweiz Menschen, die vom Abfall leben. «Espresso» hat zwei von ihnen begleitet.

    Nach Ladenschluss, dann wenn die Grossverteiler die Abfälle des Tages vor ihre Pforten stellen, gehen Nicole und David auf Tour. Sie durchwühlen Abfallcontainer und suchen nach Lebensmitteln, welche die Läden nicht mehr verkaufen dürfen.

    «Mir tut es weh, wenn ich all die Lebensmittel im Abfall sehe», erzählt Nicole. «Weshalb soll ich in den Läden Geld dafür bezahlen? Ich kann die Sachen am Abend gratis aus den Container holen.»

    Simon Thiriet

  • Zu grosses Lebensmittel-Angebot: tiefe Preise, viel Abfall

    «Wir müssen bewusster konsumieren», sagt Konsum-Forscherin Martina Kühne vom Gottlieb-Duttweiler-Institut angesichts der vielen Lebensmittel, die bei uns im Müll landen.

    Im Gegensatz zu früheren Generationen fehle uns das Wissen, wie wir mit Lebensmitteln umgehen sollten, die sogenannte Food-Kompetenz.

    Lebensmittel konnten seit dem zweiten Weltkrieg lange Zeit in immer grösseren Mengen zu immer tieferen Preisen gekauft werden. So entstand ein Überangebot, das nun gar nicht mehr aufgebraucht werden kann. «Deshalb wandern zu viele Lebensmittel in den Müll», so Martina Kühne weiter.

    Simon Thiriet