Küchen-Umbau: Darf eine Offerte 1500 Franken kosten?

Ein Ehepaar holt bei einer Sanitär- und Küchenfirma eine Offerte für den Umbau von Küche und Bad ein. Die beiden betonen bei mehreren Gelegenheiten, die Offerte müsse kostenlos sein. Trotzdem stellt die Firma eine Rechnung über 1552 Franken aus.

Martina Huber und ihr Mann wohnen in einer Mietwohnung. Vom Vermieter haben sie das Einverständnis, Küche und Bad renovieren zu lassen. Sie müssen allerdings die Offerten selber einholen.

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Mehrmals auf Kostenlosigkeit hingewiesen

Vier Firmen fragt Martina Huber um Offerten an. Darunter auch Vizi Sanitär und Küchenbau in Füllinsdorf. Ein Mitarbeiter der Firma misst schon am nächsten Tag die alte Küche aus. «Ich habe ihm gesagt, es müsse kostenlos bleiben, da nicht wir, sondern unser Vermieter entscheiden würde, ob sie den Zuschlag erhalten würden.»

Firma droht mit Betreibung

Bei zwei anderen Gelegenheiten habe sie auch dem Geschäftsführer der Firma erklärt, dass die Offerte nichts kosten dürfe. Trotzdem stellt die Firma einige Zeit später eine Rechnung aus über 1552.50 Franken für Pläne und ein sogenanntes «Vorprojekt». Hubers wollen das nicht akzeptieren. Doch die Firma beharrt auf der Forderung und droht mit der Betreibung, falls die Rechnung nicht beglichen wird.

Aussage gegen Aussage

Der Geschäftsführer sieht den Fall ganz anders. Dass die Offerte nichts kosten dürfe, sei weder ihm noch seinen Mitarbeitern gesagt worden. Im Gegenteil habe er darauf hingewiesen, dass er die Kosten verrechnen müsse, falls er nicht den Zuschlag zum Umbau erhalten würde. Seine Forderung sei rechtens. Die Firma will den Fall nun mit einem Anwalt besprechen und der Familie ein «unpräjudizielles Angebot» unterbreiten.

Nach der Anfrage von «Espresso» haben sich die beiden Parteien nun doch geeinigt. Martina Huber überweist einen Teilbetrag. Die Firma verzichtet im Gegenzug auf den Grossteil ihrer Forderung sowie auf eine Betreibung.