«Kundenservice»: Fremdwort für Verlage

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  • «Kundenservice»: Fremdwort für Verlage

    Treue Zeitungs-Abonnementen, die während der Ferien ihr Abo unterbrechen, sind für viele Zeitungsverlage bloss ein unnötiges Ärgernis. Dieser Eindruck entsteht bei einer «Espresso»-Überprüfung der grösseren Schweizer Verlagshäuser.

    Rekordverdächtige 14 Tage lassen zum Beispiel Titel des Unternehmen AZ Medien ihre treuen Zeitungsleser warten. Erst dann wird ihnen eine Unterbrechung des Abos angerechnet. Auch das St. Galler Tagblatt zeigt sich mit einer Frist von 12 Tagen kundenunfreundlich.

    Die meisten Schweizer Zeitungen lassen ihre Leser fünf bis sieben Tage warten. Positive Ausnahme ist das grösste Schweizer Medienunternehmen Ringier. Abos des «Blick» werden bereits vom ersten Tag der Unterbrechung an verlängert.

    Simon Thiriet

  • «Studien» können alles verkaufen

    Ein Joghurt, das die Verdauung fördert, ein Haarshampoo, welches Schuppen eliminiert: Aussagen, die säuberlich mit Studien unterlegt sind. Im Espresso Interview erklärt ein Experte, wie Studien und Umfragen Konsumenten beeinflussen.

    Studien sind ein weit verbreitetes Marketinginstrument und entsprechend mit Vorsicht zu interpretieren. Das sagt Marketing Professor Jürg Hari von der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften im Interview mit Espresso. Jeder Studienmacher verfolge immer auch Einzelinteressen: «Mit Studien kann man leiten und kontrollieren».

    Für Marketingprofessor Hari ist klar, wirklich unabhängig ist keine Studie: «Man muss nur genügend Zahlenmaterial sammeln, und es lässt sich fast alles mit Studien beweisen».

    Adrian Zehnder