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Legende: Audio «Espresso-Aha!»: Marienkäfer-Larven und Co. gegen Blattläuse abspielen. Laufzeit 04:58 Minuten.
04:58 min, aus Espresso vom 13.05.2019.
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Statt Pestizide im Garten Marienkäfer-Larven und Co. gegen Blattläuse

Berichte von «Kassensturz/Espresso» zum Pestizidverbrauch im Garten zeigen: Es braucht Alternativen. Hier eine Auswahl.

David Huber ist Umweltingenieur und Leiter der Fachstelle Bio- und Naturgärten bei Bioterra. Diese Organisation setzt sich seit Jahrzehnten für Natur- und Bio-Gärten in der Schweiz ein. «Der Weg zu einem robusten und gesunden Garten führt über eine gute Planung am Anfang», holt David Huber aus. «Zuerst soll man sich überlegen, welche Pflanzen sich an welchem Standort wohlfühlen.» Denn eine Pflanze, die sich wohlfühle, sei automatisch auch widerstandsfähiger gegen Schädlinge. Im Idealfall bevorzuge man einheimische Pflanzen und schaue darauf, dass die Auswahl möglichst vielfältig sei, ganz im Sinne der Biodiversität.

«Espresso Aha!»

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Jeden Montag beantwortet die Konsum-Sendung «Espresso» auf Radio SRF 1 in der Rubrik «Aha!» eine Frage aus dem Publikum. Haben auch Sie eine? Stellen Sie sie!

Bio-Pflanzen lohnen sich – auch im Kampf gegen Pilze und Co.

Es gibt in der Schweiz immer mehr Bio-Gärtnereien. Laut Umweltingenieur David Huber lohnt es sich, die Pflanzen dort zu kaufen. Zwar kosten diese etwas mehr, aber: «Diese Pflanzen sind gut angepasst an eine schonende Bewirtschaftung und halten es dann auch auf dem Balkon besser aus, wenn man auf Pflanzenschutzmittel verzichtet.» So schone man die Umwelt bereits bei der Produktion der Pflanzen und später im eigenen Garten gleich noch einmal.

Wenn eine Pflanze die andere schützt

Bei der Auswahl der Blumen, Kräuter oder dem Gemüse für den Garten soll eine bunte Durchmischung dafür sorgen, dass sich mögliche Schädlinge gar nicht erst ausbreiten können. Das ökologische Gleichgewicht sei der Schlüssel zum Erfolg. Und im Übrigen gebe es Kombinationen von Pflanzen, wo die eine die andere vor Schädlingen schütze, erklärt David Huber: «Wenn man zum Beispiel Wermut neben die Johannesbeeren setzt, dann beugt man Rostkrankheiten vor. Oder Zwiebeln neben Erdbeeren wirken gegen Schimmel und Schadinsekten.» Viele aromatische Pflanzen hätten häufig eine schützende Wirkung, zum Beispiel Lavendel oder Basilikum. «Basilikum neben Fenchelknollen lässt diese auch grösser werden», fügt David Huber an.

Mit Fenchelöl und Brennnessel-Auszug gegen Pilzkrankheiten

Gegen Pilzkrankheiten wie zum Beispiel Mehltau bei den Rosen helfe Fenchelöl, welches man im Fachgeschäft kaufen könne. Selber zubereiten könne man auch eine Art kalte Suppe, einen sogenannten Auszug, aus Brennnesseln oder Wildkräutern.
Hörerinnen und Hörer haben sich beim Konsumentenmagazin «Espresso» von Radio SRF1 gemeldet und ihre Geheimwaffe gegen Blattläuse verraten: Schmierseife in Wasser aufgelöst und auf die Pflanzen gespritzt wirke Wunder. David Huber von Bioterra begrüsst eine solche Alternative zu Pflanzenschutzmitteln grundsätzlich. Er gibt aber zu bedenken, dass man vor der Anwendung von Schmierseife sehr genau wissen müsse, ob alle Stoffe auch wirklich biologisch abbaubar seien und weiter sei es so, dass gewisse Nützlinge auch von Schmierseife Schaden nehmen können.

«Kassensturz» vom 07.05.19:

Blattläuse: Ein Festmahl für Marienkäfer-Larven

Blattläuse sind die Leibspeise verschiedener Larven, wie diejenigen der Marienkäfer oder der Schlupfwespen. Solche Larven sind im Internet oder im Fachgeschäft erhältlich. «Wenn man den entsprechenden Lebensraum schafft, kommen solche Nützlinge von allein. Auch Ohrwürmer sind sehr effektiv gegen Blattläuse», ergänzt der Umweltingenieur. Und wenn im Garten die Bedingungen für Igel, Kröten oder Blindschleichen stimmten, dann sei man auch die Schneckeninvasion bald los.

David Huber gibt den umweltbewussten Hobbygärtnern noch mit auf den Weg, dass man sich beim Unkraut-Ausreissen doch zuerst einmal überlegen sollte, ob es überhaupt nötig sei. Denn so ein Storchenschnabel am Rand des Kieswegs sei doch eigentlich hübsch. Bienen und andere Insekten würden es danken.

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