«Mindesthaltbarkeits-Datum» wird zum Politikum

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  • Katalog nicht erwünscht, aber vierfach erhalten

    Martha Schönenberger aus Contone (TI) bekam zeitweise bis zu vier Kataloge des «Weltbild»-Verlags gleichzeitig. Erst auf Nachfrage von «Espresso» korrigierte der Verlag den Systemfehler.

    «Das stellte mir total ab!», ereifert sich Martha Schönenberger. Auch nach mehreren Monaten und zahlreichen E-Mails an den Verlag erhielt sie zwar munter Bestätigungen ihrer Abbestellung, die Kataloge fanden aber weiterhin zuverlässig den Weg in ihren Briefkasten.

    «Grund ist die postalische Situation im Kanton Tessin», erklärt Christina Ghitti, Leiterin des «Weltbild»-Kundendiensts. Im Tessin bezeichne man die Strassen meist umgangssprachlich und nicht offiziell. Deshalb käme es immer wieder zu Systemfehlern im Versand. Als Entschuldigung möchte der Verlag dies aber nicht verstanden wissen. «Hier kam es zu einem Fehler, das tut uns leid.»

    Simon Thiriet

  • «Mindesthaltbarkeits-Datum» wird zum Politikum

    Konsumentenorganisationen und Kantonschemiker sind nicht zufrieden mit dem Begriff «Mindesthaltbarkeits-Datum». Dieser werde von Konsumenten häufig mit dem Verbrauchsdatum gleichgesetzt. Jedes Jahr werden daher tonnenweise Lebensmittel unnötigerweise entsorgt.

    Die Stiftung für Konsumentenschutz lanciert daher im Bundesparlament einen Vorstoss, um den Aufdruck «mindestens haltbar bis» auf Lebensmittelpackungen zu ersetzen. Und zwar durch einen neuen Begriff im Sinne des englischen «best before». Auch verschiedene Kantonschemiker würden einen neuen Begriff begrüssen.

    Eine Hürde dafür ist die EU-Gesetzgebung. In einer neuen EU-Verordnung, welche voraussichtlich auf Ende Jahr in Kraft tritt, werden weiterhin die Begriffe Mindesthaltbarkeits- und Verbrauchsdatum verwendet. Und laut dem Bundesamt für Gesundheit passt sich die Schweiz jeweils dem EU-Sprachgebrauch an. Zudem fehlt bis jetzt ein überzeugender Ersatz-Begriff.

    Oliver Fueter