Bau-Ärger vermeiden Neu- oder Umbau: «Blindes Vertrauen kann schiefgehen»

Häufig liesse sich Bauärger mit einer seriösen Vorbereitung vermeiden, meint Expertin Monika Mutti-Schaltegger. Sie ist erstaunt, wie oft Bauherren kaum über die beauftragten Unternehmen Bescheid wissen. Sie empfiehlt, vorgängig Referenzen einzuholen.

Wer ein Haus renoviert oder neu baut, kann sein blaues Wunder erleben. Das zeigen die zahlreichen Fragen, welche im Expertenchat von «Kassensturz» und «Espresso» gestellt wurden. Unter den vier Experten, die Auskunft gaben, war auch Monika Mutti-Schaltegger. Die selbständige Architektin und Bauberaterin beim Hausverein sagt, es sei ihr nicht bewusst gewesen, wie viel schief laufe auf dem Bau.

Viel teurer als offeriert

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Bildlegende: Die Bau-Expertin Monika Mutti-Schaltegger

Besonders viele Fragen wurden gestellt zu den Baukosten: Krass ist der Fall eines Bauherren, der für einen Umbau laut Offerte 1,4 Millionen Franken bezahlen sollte, sich am Schluss die Kosten jedoch auf fast zwei Millionen Franken beliefen.

Solche Kostenüberschreitungen müsse man sich nicht gefallen lassen, sagt Mutti-Schaltegger: «Wenn genau das umgesetzt wurde, was offeriert worden war, sind Mehrkosten von zehn Prozent im Rahmen.» Bei Zusatzwünschen seitens der Bauherrschaft müsste das Generalunternehmen oder das Architekturbüro über die zu erwartenden Mehrkosten informieren.

Baumängel werden nicht behoben

Ebenfalls viele Fragen beantworteten die vier Expertinnen und Experten zu Baumängeln: Parkettböden, die nach kurzer Zeit Risse oder Flecken aufwiesen oder Badezimmerplatten, die sich nach zwei Jahren von der Wand lösten. Einige Betroffene schilderten, sie hätten sich erfolglos um eine Nachbesserung bemüht.

Auch hier kann man sich wehren, denn sichtbare Mängel müssen innerhalb von zwei Jahren, verdeckte Mängel innerhalb von fünf Jahren nachgebessert werden. Reagiert ein Unternehmen nicht auf die Aufforderung zur Nachbesserung, können die Mängel auf Kosten dieses Unternehmens durch Dritte behoben werden.

«  Beim Autokauf überlegen wir viel mehr. »

Monika Mutti-Schaltegger ist erstaunt, wie blauäugig manche Bauherren Aufträge verteilen. Sie selbst werde als Architektin kaum je nach Referenzen gefragt. «Wenn wir uns ein Auto kaufen, überlegen wir hin und her, welches das richtige sein könnte.» Beim Bauen werde oft blindlings vertraut, und das könne auch mal schiefgehen. Daher rate Sie Bauherren unbedingt, vorgängig Referenzen über die Unternehmen einzuholen, mit denen man zusammenarbeiten möchte.

Ebenfalls sinnvoll sein könne ein externer Bauherrschafts-Berater. Dieser habe weder mit dem Architekten noch mit den beauftragten Unternehmen etwas zu tun. «Ein solch unabhängiger Berater macht vor allem dann Sinn, wenn man den Eindruck hat, dass auf dem Bau etwas nicht wie geplant läuft.»

Viele interessante Fragen aus dem Publikum:

Monika Mutti-Schaltegger wirkte auch im «Kassensturz»-Chat zum Thema Bau-Ärger als Expertin mit. Das Publikum stellte viele spannende Fragen, die vier Fachleute hatten einiges zu tun. Hier erfahren Sie mehr darüber.

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