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Legende: Audio Samsung lässt Ersatzteile schnell ausgehen abspielen. Laufzeit 04:24 Minuten.
Aus Espresso vom 13.07.2016.
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Umwelt und Verkehr Samsung liess Ersatzteile für TV schnell ausgehen

Vor knapp fünf Jahren hat sich ein Kunde bei der Migros einen top-modernen Fernseher mit 3D-Funktion und allen Schikanen gekauft. Als eine Bildstörung auftrat, wollte er ihn reparieren lassen. Doch das war nicht mehr möglich. Grund: Hersteller Samsung hatte keine Ersatzteile mehr.

«Da ist doch in Sachen Nachhaltigkeit etwas nicht sauber bei der Migros», ärgert sich der Migros-Kunde aus dem Kanton Solothurn. 850 Franken hat das TV-Gerät neu gekostet, nun soll er sich schon wieder ein neues anschaffen, weil es keine Ersatzteile mehr gibt.

Migros-Sprecherin Martina Bosshard sagt, die Migros bemühe sich grundsätzlich sehr darum, Geräte zu reparieren. Man habe dafür drei eigene Werkstätten. Nichts mehr machen könne man hingegen, wenn der Hersteller keine Ersatzteile mehr liefere. Das sei bei diesem TV-Gerät von Samsung der Fall gewesen: «Weltweit wurden keine Ersatzteile mehr geliefert.»

Wie kam es dazu? Der koreanische Elektronikriese lässt über seine Schweizer Medienstelle dem SRF-Konsumentenmagazin «Espresso» ausrichten, man kommentiere diesen Fall nicht. Samsung wollte sich auch nicht zum Thema Nachhaltigkeit äussern.

Reparieren statt wegwerfen

Generell stehe die Umwelt für die internationalen Grossproduzenten nicht im Vordergrund, sagt Michael Beckmann. Er ist verantwortlich für das Repair-Café in Bern, eine von mehreren unabhängigen Werkstätten.

Deren ehrenamtliche Mitarbeiter versuchen, auch jene Geräte zu reparieren, für die es laut Verkäufer oder Hersteller keine Ersatzteile mehr gibt. Laut Beckmann hören die Kunden vermehrt, eine Reparatur lohne sich nicht mehr. Da gelte es mit Rücksicht auf die Umwelt – und auch das Portemonnaie – Gegensteuer zu geben.

Etwa, indem man beim Kauf eines Elektrogerätes europäische Hersteller bevorzuge und sich auch nach den Ersatzteilen erkundige, empfiehlt Beckmann.

13 Kommentare

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  • Kommentar von Rudolf , 8181
    Im Beispiel geht es - sofern richtig gehört - ums Display. Wie jeder relativ einfach feststellen kann, besteht ein modernes TV-Gerät zu rund 80% aus dem Display; kostenmässig vielleicht sogar noch mehr. Der Wechsel eines Displays lohnt sich selbst in der Garantiezeit kaum - und ausserhalb ist ein Kunde schon gar nicht bereit, eine Reparatur in Höhe des Kaufpreises (oder höher; es kommt dann ja noch die Arbeit hinzu...) zu bezahlen. Also: Zumindest ein ganz schlechtes Beispiel gewählt...
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  • Kommentar von J.P. Ducrey , Aarau
    Über die Garantiezeit hinaus besteht eigentlich keine vertragliche Ersatzteilpflicht von Seiten des Herstellers. Einen Ansatz liefert jedoch Deutschland: Die Rechtsprechung (Urteil LG Köln, 1999 / diverse übereinstimmende Urteile) geht von einer "durchschnittlichen Nutzungsdauer" des Gerätes aus und auferlegt dem Hersteller die Bereitstellung von Ersatzteilen für diesen Zeitraum (basierend auf § 242 BGB "Treu und Glauben"). Bei Autos sind das konkret 12 Jahre.
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  • Kommentar von Heinrich , 8466
    Ich arbeite in der Werkstatt in einem Fachgeschäft und sehe diese Problematik auch. Das ist aber bei vielen Herstellern so. Die Geräte dürfen ja nichts mehr kosten - da kann man auch keine grossen Ersatzteillager mehr anlegen. Ich denke das können die Konsumenten auch nachvollziehen.Die Frage stellt sich was wäre der Kunde bereit gewesen für die Reparatur - das Ersetzen des Displays zu beszahlen? Display mit Arbeitszeit kommt von den Kosten an ein Neugerät vergleichbarer Preisklasse nahe heran.
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