Misstrauen Sie ihrem Bankberater

Warum man seinem Bankberater nicht blind vertrauen sollte.

Wolfgang Wettstein Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Wolfgang Wettstein SRF

Stellen Sie sich vor, Sie beauftragen einen Architekten damit, für Sie ein Haus zu bauen. Dafür zahlen Sie ihm ein Honorar. Der Architekt macht sich an die Arbeit. Regelmässig schickt er Ihnen die Handwerker-Rechnungen, die Sie begleichen sollen.

Eines Tages entdecken Sie, dass sich Ihr Architekt auch noch von den Handwerkern bezahlen lässt. Am Jahresende überweisen ihm die Betriebe hohe Geldbeträge auf sein Konto. Sie bezahlen ihn dafür, dass er ihnen Aufträge gegeben hat. Diese Rückvergütungen steckt der Architekt in seine eigene Tasche.

Verärgert prüfen Sie daraufhin jede einzelne Offerte, die der Architekt bei den Handwerkern eingeholt hat. Mit Schrecken stellen Sie fest, dass Ihr Architekt nicht die günstigsten und besten Handwerker gewählt hat, sondern diejenigen, die ihm am meisten bezahlen. «Dieser Lump hintergeht mich», rufen Sie. Zu Recht. Denn der Architekt handelt illegal. Das Gesetz sagt deutlich, dass Rückvergütungen weitergegeben werden müssen.

Doch viele Banken scheren sich einen Deut ums Gesetz. Sie kassieren heimlich Rückvergütungen von Instituten, deren Finanzprodukte sie verkaufen. Misstrauen Sie deshalb ihrem Bankberater. Denn er empfiehlt Ihnen vor allem Fonds und Wertpapiere, an denen er hohe Provisionen kassiert. Das Wohl seiner Kunden interessiert ihn wenig. Das mussten tausende Kleinsparer der CS und der UBS erfahren. Die Bankmitarbeiter rieten ihren Kunden, ihr Geld in strukturierte Produkte zu investieren. Ihr Geld sei sicher, verfüge über hundert Prozent Kapitalschutz, versprachen sie. So erschlichen sie das Vertrauern ihrer Kunden und schwatzten ihnen schlechte Produkte auf, weil sie nur an sich selbst dachten und an die hohen Provisionen. Ihre Kunden verloren dabei viel Geld. Deshalb: Misstrauen Sie Ihrem Bankberater.