Skihelm-Kauf: Auf die richtige Anprobe kommt es an

Das ist erfreulich: 92 Prozent aller Schneesportlerinnen und Schneesportler in der Schweiz tragen einen Helm. Doch das alleine reicht nicht: Der Kopfschutz muss auch richtig sitzen. Die Beratungsstelle für Unfallverhütung sagt im «Espresso», was beim Kauf eines Helms wichtig ist.

Die Zeiten haben sich geändert: War früher ein Helm auf der Piste fast verpönt, ist er heute zum modischen Accessoire geworden.

Ein Mann steht vor einem Verkaufsregal mit Skihelmen und schaut sich ein Exemplar genau an. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Marc Bächler von der BfU wirft für «Espresso» einen genauen Blick auf das Helmangebot. SRF

So ist aktuell kaum ein Schneesportler ohne Helm auf der Piste unterwegs. Und das ist gut so. Denn gemäss der Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU) kann mit diesem Schutz rund ein Drittel der Kopfverletzungen verhindert werden. Damit der Helm aber auch wirklich schützt, muss er sitzen.

«Espresso» liess sich von Marc Bächler, Leiter der BfU-Medienstelle, erklären, worauf man beim Kauf eines Kopfschutzes für die Piste achten muss:

  • Kaufen Sie einen Helm, der der europäischen Norm EN 1077 entspricht (In der Schweiz verkaufen Fachhändler ausschliesslich Helme mit dieser Norm).
  • Probieren Sie den Helm unbedingt an. Er sollte den Kopf bequem umschliessen und keine Druckstellen erzeugen.
  • Setzen Sie den Helm auf, lassen Sie das Kinnband offen und schütteln Sie den Kopf. Der Helm darf dabei nicht wackeln.
  • Achten sie darauf, dass der Helm auch mit Ski- und Sonnenbrille bequem zu tragen ist.
  • Eine gute Belüftung ist von Vorteil.

Wann den Helm ersetzen?

Die Hersteller geben oft eine Laufzeit von 3 bis 5 Jahren für Helme an. Da das Material altern kann und beispielsweise Feuchtigkeit ihm schadet, sollte ein Helm tatsächlich nach ein paar Jahren ersetzt werden.

Auch nach einem Sturz muss ein neuer Helm her. Der Helm hat die volle stossdämpfende Wirkung nämlich nur einmal. Als Faustregel gilt: Wenn der Kopf beim Aufprall des Helms drin ist, muss dieser ersetzt werden. Fällt er «leer» vom Tisch, ist das kein Problem

App «Slope Track» von der Suva

Die Schweizerische Unfallversicherung Suva hat eine gratis App (für iOS und Android) entwickelt, mit der Ski- und Snowboardfahrer ihre Geschwindigkeit überprüfen können. Ausserdem sind viele Tipps und Informationen zu finden.

Auswirkungen des Tempos

Wie sich das Tempo beim Ski- und Snowboardfahren auf den Reaktionsweg auswirkt und auf die Kräfte, die auf den Körper wirken, hat die Schweizerische Unfallversicherung Suva berechnet.

Demnach legt man bei 20 km/h einen Weg von 5m zurück, bis man reagiert und es wirken Kräfte wie bei einem Sprung aus 2m Höhe. Bei 50 km/h sind es schon 12m Reaktionsweg und 10m Fallhöhe, was einem Sturz aus dem 3. Stockwerk entspricht.

Tempo, Reaktion und Kräfte beim Skifahren

Tempo
Reaktionsweg
Fallhöhe
20 km/h
5 m
2 m
30 km/h7 m
4 m
40 km/h6 m
6 m
50 km/h12 m
10 m
60 km/h15 m
14 m
70 km/h17 m
19 m

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