Blutdruckmessgeräte im Test: Diese sind gut und günstig

Ein ständig zu hoher Blutdruck kann lebensgefährlich sein, denn er belastet Gefässe und Organe. Wer seinen Blutdruck regelmässig kontrolliert, tut seiner Gesundheit deshalb einen Gefallen. «Kassensturz» hat zehn verschiedene Messgeräte getestet und zeigt: Der Preis ist nicht entscheidend.

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Blutdruckmessgeräte im Test: Diese sind gut und günstig

8:06 min, aus Kassensturz vom 30.4.2013

Den Blutdruck selber messen kostet nicht viel – und kann sehr sinnvoll sein. «Kassensturz» hat zehn Geräte zwischen Fr. 39.95 und Fr. 169.- getestet. Die Unterschiede zeigten sich vor allem bei der Messgenauigkeit.

Zweimal nur «genügend»

Nur mit «genügend» schnitt (siehe Textende: «So wurde getestet») das Gerät Scala SC 7600 für Fr. 49.95, gekauft im Mediamarkt, ab. Es mass deutlich ungenauer als die meisten anderen getesteten Geräte. Denselben Makel stellten die Tester auch bei Delwa-Star Elegance von Manor fest – mit Fr. 129.- eines der teuren Geräte im Test. Hans Untersee von der verantwortlichen CH-Medical AG schreibt«Kassensturz» dazu, man wolle die Messgenauigkeit überprüfen und verbessern. Ausserdem werde der Preis neu bei Fr. 99.- liegen.

Gutes Preis-Leistungsverhältnis

Sieben Geräte bewerteten die Tester insgesamt als gut, wobei zwei davon die Bestnote nur knapp verpassten: BM 58 von Beurer für Fr. 99.95, im Media-Markt gekauft und Medisana MTS aus dem Interdiscount für Fr. 59.90. Letzteres ist das Gerät mit dem besten Preis-Leistungsverhältnis im Test. Beide Produkte schnitten mit der Bewertung «gut» ab und erreichten vor allem beim Kriterium Messgenauigkeit beide ein «sehr gut».

Testsieger ist M6W von Omron aus der Apotheke, mit Fr. 169.- eines der zwei teuersten Geräte im Test. Zum Preis gehört auch eine erneute Kalibrierung des Geräts innerhalb von drei Jahren. Ob das Blutdruckmessgerät nach einiger Zeit immer noch genau misst, sollte generell ab und zu überprüft werden.

Wer seinen Blutdruck auf dem iPad oder iPhone messen will, muss tief ins Portemonnaie greifen. Fr. 139.95, bzw. Fr. 169.- kosten Medisana iHealth, bzw. das Whithings Blutdruckmessgerät, die die Tester beide mit «gut» bewerten.

Blutruckmessgeräte, die den Blutdruck am Oberarm messen, gelten als zuverlässiger als Geräte für das Handgelenk. «Kassensturz» liess deshalb auch ein Messgerät für das Handgelenk testen. Die Messgenauigkeit war eindeutig ungenügend. Das Gerät schnitt schlechter ab als das schlechteste Oberarm-Messgerät im Test.

Wann ist ein Blutdruck optimal?

Eine Probandin prüft die Handhabung eines Blutdruckmessgeräts. Die beobachtende Expertin macht sich Notizen. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Sind die Geräte einfach zu bedienen? Auch die Handhabung wurde getestet. SRF

Der optimale Blutdruck liegt bei 120 zu 80. Der obere Wert nennt den systolischen Druck, der etwas über die Auswurfleistung des Herzens aussagt. Der untere Wert, der diastolische Druck, liefert eine Information zur Elastizität der grossen Gefässe.

Ist der Blutdruck ständig hoch – nach international geltender Definition ab 140 zu 90 – pumpt das Herz ständig mit erhöhter Anstrengung. Dies belastet Herz und Gefässwände, Schäden an Herz, Gehirn und Nieren sind die Folge.

Den hohen Blutdruck bemerkt man selber nicht. Aufschluss geben nur regelmässige Messungen. In einer bei Verdacht auf Bluthochdruck verordneten 24-Stunden-Messung lässt sich feststellen, ob der Blutdruck ständig, oder nur gelegentlich zu hoch ist. Denn mit dem Begriff Bluthochdruck ist ein andauernd zu hoher Blutdruck gemeint. Schwankungen im Verlauf des Tages sind normal.

So wurde getestet:

25 Testpersonen unterschiedlichen Alters und Geschlechts sowie verschiedener Körpergrösse testeten alle Messgeräte (max. fünf pro Tag) an sich selbst – unter Aufsicht der Testleiterin.

Die medizinisch geschulte Testleiterin ermittelte den Referenzblutdruck nach dem Verfahren von Riva Rocci mit einem Sphygmomanometer.

Die Testpersonen machten jedes Messgerät mit Hilfe der Gebrauchsanleitung selbständig betriebsbereit.

Die Testpersonen führten mit jedem Gerät drei Messungen durch (von jedem Gerät liegen also 75 Messungen vor), unterbrochen von Erholungszeiten, in denen sie einen Fragebogen zur Handhabung ausfüllten.

Kriterien Handhabung

  • Das eigentliche Messen (Vorbereitung des Geräts, Messung durchführen sowie Werte ablesen und speichern)
  • Gebrauchsanleitung
  • Reinigung und Pflege
  • Gerät verstauen