Starthilfekabel: Der Querschnitt macht den Unterschied

Bei einer Panne ist meist die Batterie schuld. Gut, wenn man dann ein Starthilfekabel zur Hand hat. Der TCS hat mit «Kassensturz» verschiedene Kabel und Batterieladegeräte getestet. Fazit: Bei starken Motoren geht den dünnen Kabeln der Saft aus. Bei den Ladegeräten überzeugte das günstigste Modell.

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Autostarthilfen im Test: Lebensretter für die Autobatterie

9:15 min, aus Kassensturz vom 2.12.2014

Es kommt vor allem in der kalten Jahreszeit vor: Beim Drehen des Zündschlüssels röchelt und ruckelt der Motor nur – wenn überhaupt. Der Grund: Die Batterie hat sich entladen und streikt. Laut der Pannenstatistik 2013 des Touring Club Schweiz (TCS) war in 39 Prozent der Fälle eine entladene Batterie Ursache der Panne. Mit einem Starthilfekabel lassen sich die meisten davon schnell beheben.

Starke Motoren brauchen dicke Kabel

Der TCS hat elf verschiedene Starthilfekabel auf Funktion, Handhabung und Sicherheit getestet. Die Kabel unterscheiden sich einerseits im Preis, vor allem aber in der Dicke des Leiter-Querschnitts. Dieser reicht von 16 mm2 bis 40 mm2. Die Dicke des Leiters spielt eine wichtige Rolle, sagt Testleiter Pascal Berchtold. «Stärkere Motoren brauchen beim Starten mehr Strom. Da muss das Kabel dick genug sein, damit beim Überbrücken genug Strom fliesst. Sonst gelingt es nicht.»

Im Praxistest musste jedes Kabel deshalb drei verschieden stark motorisierte Fahrzeuge überbrücken: einen Kleinwagen (1,2-Liter-Motor), einen Mittelklassewagen (1,8-Liter-Motor) und einen schweren Diesel (2,5-Liter-Motor).

Dünnes Kabel wurde sehr heiss

Drei Kabel mit einem Querschnitt von 16 mm2 scheiterten beim schweren Diesel. «Das 16 mm2-Kabel der Landi hatte schon beim Mittelklassewagen grosse Mühe, beim Diesel versagte es ganz. Beim Überbrücken des starken Motors wurde es so heiss, dass die Kontakte in den Zangenkunststoff geschmolzen sind», so Testleiter Pascal Berchtold.

Das Kabel erhält zwei von fünf möglichen Sternen. Mit einem Preis von 14.90 Franken ist es das günstigste im Test. Es ist das einzige Set ohne Anleitung, wie man korrekt Überbrückt. Landi teilt mit, dass die neue Serie des Starthilfekabels um eine Bedienungsanleitung ergänzt wird und dass eine technische Anpassung des Kabels bereits in Prüfung ist.

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Service:

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Eine leere Auto-Batterie ist äusserst unangenehm. Wohl dem, der ein Ladegerät oder Überbrückungskabel dabei hat – und auch weiss, wie man es richtig anwendet. Denn wer falsch überbrückt riskiert teure Schäden. Hier die wichtigsten Tipps.

Preis-Leistungs-Sieger für unter 20 Franken

Auch die Kabel von OBI (16 mm2) und Miocar (16 mm2) erhalten nur zwei Sterne. Sie scheiterten ebenfalls am Dieselmotor. Zum Resultat sagt Obi: «Das 16mm²-Kabel ist laut Bedienungsanleitung (BDA) für PKW mit maximal 220A geeignet. Für das hier getestete Fahrzeug VW T5 ist das getestete Starthilfekabel nicht geeignet. Zur BDA: Das 16mm²-Kabel (Kupfer) entspricht 25mm² Aluminium und ist korrekt in der BDA aufgeführt.»

Migros erklärt: «Wir erwähnen auf der Verpackung explizit, dass dieses Kabel für Dieselmotoren von bis 2000ccm geeignet ist.»

Drei von fünf Sternen erhält das Einhell BT-BO 16mm2. «Den schweren Diesel konnte das Kabel zwar starten, aber nur knapp», so Testleiter Pascal Berchtold.

Sechs Kabel erhalten vier von fünf Sternen. Preis-Leistungs-Sieger ist das GoOn 16mm2 aus dem Jumbo für 19.50 Franken. Trotz des dünnen Querschnitts konnte es alle Autos überbrücken.

Fazit: Für Klein- und Mittelklassewagen reichen ausser dem Landi-Kabel alle Produkte. Testleiter Pascal Berchtold gibt aber zu bedenken: «Wer auch anderen Autofahrern in solchen Situationen helfen will, nimmt lieber ein dickeres Kabel. Es kann ja sein, dass das Pannenfahrzeug einen starken Motor hat.»

Resultate Batterie-Ladegeräte

Im Test eingeschlossen waren auch Geräte, mit deren Hilfe sich Akkus innerhalb einiger Stunden wieder aufladen lassen.

Dazu wird die Batterie über das Ladegerät mit einer Steckdose verbunden. Sobald die Batterie die nötige Spannung erreicht, schaltet das Gerät aus.

Mit der Erhaltungsladungs-Funktion lässt sich ausserdem verhindern dass Batterie von Autos, Motorrädern oder Boote, die lange nicht bewegt werden, entladen. Im TCS-Test hat das günstigste Gerät am meisten überzeugt. Die einzelnen Ergebnisse finden Sie in der Linkbox «Testtabelle».

Nur zwei von fünf Sternen erhält das Gerät BT-BC 10E von Einhell. Es kann nicht alle gängigen Batterietypen laden. Einhell schreibt dazu: «Tatsächlich verzichten wir bei dem Ladegerät BT-BC 10E bewusst auf technischen Zusatzfunktionen – das Ladegerät ist ein altbewährtes, robustes Ladegerät, mit dem man nur Autobatterien laden kann.» Ebenfalls nur zwei Sterne gab es für das Alpin-Batterieladegerät, eingekauft bei Coop. Es wurde im Test gefährlich heiss. Coop sagt: «Das Alpin-Ladegerät hat sich sehr gut verkauft, und bislang ist es seitens unserer Kunden zu keinerlei Beanstandungen gekommen. Dennoch wird der Artikel auf die nächste Wintersaison hin abgelöst.»