Bedenkliche Chemie im Planschbecken

Sollte es auf die Ferienzeit hin richtig heiss werden, dann verlangen viele Kinder nach dem Planschbecken im Garten. Damit der Spass lange hält, gibt es im Handel Mittel, damit sich Keime und Algen nicht rasant entwickeln. Doch die Hinweise auf der Verpackung machen angst und bang.

Zwei Jungen bespritzen sich in einem Planschbecken mit Wasser Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Unbeschwertes Planschen zu Hause - hoffentlich ohne gefährliche Stoffe im Wasser. Colourbox

Chemie im Planschbecken

2:12 min, aus Espresso vom 28.06.2013

Das Baden im Planschbecken ist zu Beginn ein Riesenspass. Doch schon nach wenigen Tagen bilden sich Algen im Wasser und der Boden wird glitschig. Schmerzhafte Stürze sind vorprogrammiert. Zudem steigt auch die Keimbelastung im Badewasser.

Chemie kann helfen

Mit chemischen Mitteln zur Wasserpflege kann das Algenwachstum und die Keimbildung verzögert werden. Eines dieser Desinfektionsmittel für das Badewasser in Planschbecken ist «Kids Care». Das Produkt ist unter anderem in der Landi erhältlich.

Die «Espresso»-Hörerin Eva Zeltner wollte sich ein solches Mittel kaufen. Als sie jedoch die Hinweise auf der Packung las, wurde sie stutzig. Auf der Packung steht, das Mittel sei schädlich für die Augen und dürfe nicht ins Grundwasser oder in die Kanalisation gelangen. «Ein solches Mittel ist doch giftig und gehört nicht in ein Planschbecken für Kinder», sagt Eva Zeltner.

Verdünnt nicht mehr schlimm

Tatsächlich klingt der Hinweis auf der Packung nicht vertrauenserweckend. Doch Ives Parrat, Chemieinspektor des kantonalen Labors Basel-Stadt beschwichtigt: «Wenn das Mittel ordnungsgemäss verdünnt wird, dann ist es harmlos.» Sogar den Rasen könne man mit dem Badewasser spritzen, meint Ives Parrat.

Bei der richtigen Anwendung geht also von diesem Desinfektionsmittel keine Gefahr aus. «Allerdings», so Parrat weiter, «müssen die Mittel vom Bund zugelassen sein». Dass das so ist, erkennt man an den Zulassungsnummern. Sie beginnen immer mit CHZN oder CHZB.

Die Landi, bei der Eva Zeltner das Produkt gekauft hatte, sagt gegenüber «Espresso», dass sie prüfe, ob die Kundeninformation zu diesem Produkt auf den Sommer hin noch verbessert werden kann.