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Familie und Freizeit Hundetrainer lässt seine Kunden sitzen

Seit mehreren Jahren lässt sich ein Hundetrainer im Kanton Zürich jeweils mehrere Lektionen von den Kunden im Voraus bezahlen – um die Lektionen dann ständig abzusagen und zu verschieben. Gegenüber «Espresso» sagen ehemalige Kunden, sie seien um mehrere Stunden geprellt worden.

Legende: Audio Hundetrainer lässt Kunden sitzen abspielen. Laufzeit 6:07 Minuten.
6:07 min, aus Espresso vom 17.02.2015.

Die Geschichte macht stutzig: Fachlich sei Hundetrainer Daniel Schnell aus Berg am Irchel top. «Ich war begeistert», sagen mehrere ehemalige Kundinnen unisono. «Der Mann versteht etwas von Hunden», «er machte einen sehr kompetenten Eindruck», «er ist sehr gut». Und trotzdem sind all diese Kundinnen von Daniel Schnell enttäuscht.

Immer die gleichen Ausreden

Die Geschichten, welche die ehemaligen Kundinnen dem Konsumentenmagazin «Espresso» von Radio SRF 1 erzählen, gleichen sich: Wegen eines Problems mit dem eigenen Hund suchen sie sich einen Hundetrainer und gelangen dann meist auf Empfehlung zu Daniel Schnell.

Zunächst läuft alles nach Plan: Im Voraus werden rund 500 Franken bezahlt für zehn Lektionen. Die Begeisterung nach den ersten Lektionen ist gross – der Hundetrainer macht seinen Job hervorragend.

Dann jedoch beginnt Daniel Schnell, die Lektionen abzusagen. Eine Kundin schildert es so: «Angefangen hat es mit einem Autounfall. Danach war es zu heiss, dann hat er ein Reh angefahren, sich den Fuss verletzt oder er hat abgesagt, weil es regnete.»

Eine weitere Kundin meint: «Irgendwann hatte er einen Hexenschuss, das nächste Mal streikte seine Autobatterie, er hatte Schmerzen in der Gallenblase.» Weitere Absagen gab es wegen Stau, weil die Freundin oder die Schwiegereltern krank waren oder wegen Terminen im Tierspital oder beim Tierarzt.

Plötzlich ist er nicht mehr erreichbar

Nur wenige Kundinnen hatten die Geduld, die bezahlten Lektionen tatsächlich bis zum Ende durchzuziehen. Viele geben an, es hätte ihnen irgendwann gereicht. Sie liessen Daniel Schnell wissen, dass sie unter diesen Umständen nicht bereit seien, weiter mit ihm zusammen zu arbeiten. Zum Teil bestätigte er sogar noch, er würde das Geld für die nicht abgehaltenen Lektionen per Überweisung zurückbezahlen. Das Geld kommt jedoch nie an.

Nüchtern erzählt eine Kundin: «Ich habe noch mehrmals versucht, ihn anzurufen – er nahm sein Handy nicht mehr ab. Und auf SMS reagierte er auch nicht mehr.»

Kurse für Kanton Zürich nicht ausreichend

Besonders ärgerlich: Daniel Schnell bietet auch Kurse an, welche Hundehalter obligatorisch mit ihren Hunden besuchen müssen. Dabei erfüllen Schnells Kurse zwar die Mindestanforderungen gemäss Bundesrecht. Obligatorische Hundekurse nach dem strengeren, kantonalen Gesetz darf er jedoch nicht anbieten – dazu fehlt ihm die Bewilligung des Zürcher Veterinäramts Zürich.

Dort heisst es auf Anfrage, es liege in der Verantwortung der Hundehalter, abzuklären, ob ein Hundetrainer über die Bewilligung des Kantons verfüge.

Keine Stellungnahme

«Espresso» hat Daniel Schnell am Mittwoch, 11. Februar, erstmals mit den Vorwürfen konfrontiert und ihn seither über verschiedene Kanäle mehrmals um eine Stellungnahme gebeten. Er teilt jedoch mit, ihm sei eine Stellungnahme nicht möglich, da er nicht wisse, um welche Personen es sich handle. «Espresso» hatte ihm allerdings drei konkrete Fälle genannt.

Was das Obligatorium bringt

Wer einen Hund kauft, muss seit ein paar Jahren einen Theorie- und Praxiskurs besuchen. Sonst droht eine Busse. Doch viele Hundebesitzer finden das Obligatorium nicht nur sinnvoll: Was nützt die Hundeschule bei älteren Hunden und erfahrenen Haltern? Und was bringt ein vierstündiger Kurs? Ein Experte gab im «Kassensturz» vom 07.09.2010 die Antworten dazu.

Legende: Video Experte Heinrich Binder im Studio-Gespräch abspielen. Laufzeit 7:16 Minuten.
Aus Kassensturz vom 07.09.2010.

8 Kommentare

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  • Kommentar von Andreas Greiner, Schaffhausen
    auch meine Chefin kann ein Lied davon singen von den Ausreden des Dani Schnell mindestens 15 mal hat er eine Lektion abgesagt.....unter anderem mit Ausreden wie es wäre im Wald ein Mann in seinen Armen gestorben,die verstorbene Mutter,verschiedene Unfälle,gesundheitliche Unpässlichkeiten,Autodefekte und und und...... Schrecklich das jemand so sein Geld verdient......
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  • Kommentar von Andreas Ehmke, 8462 Rheinau
    Auch wir sind Daniel Schnell auf den Leim gekrochen... es war Januar 2010. Den obligatorischen Kurs hat er gut gemacht. Bei uns ging es dann um weiterführende Privatstunden zur Hundeerziehung. 10 Lektionen zu 550 CHF. Erste Lektion sollte frei sein. Diese Lektion hat auch stattgefunden. Ab da folgten die Ausreden wie, sein Hund sei vor ein Auto gelaufen, er selbst wurde von einem Hund gebissen, etc... ca 3/4 Jahr haben wir uns hinhalten lassen und das Geld zurückgefordert... keine Reaktion...
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  • Kommentar von Margreth Fröhli, Thurgau
    Ich bin dafür, dass man in die Hunde Schule geht, aber es gibt so viele die überhaupt nach dem Kurs gar nichts verstehen und auch keinen Umgang haben mit den Hunden, sie würden besser kein Hund anschaffen, wenn sie Probleme haben mit sich selbst ist immer der Hund schuld, das ist das leidtragende an der ganzen Geschichte, ich sehe oft und täglich wie Leute mit ihren Hunden umgehen und die waren in der Hundeschule? Der Hund ist meistens so wie der Mensch, der ihn erzogen hat.
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