Paraplegiker-Stiftung: Zahlt Zäch den Schaden?

Kassensturz hat es schwarz auf weiss: Die Schweizer Paraplegiker Stiftung hat eine Wohnung an bester Wohnlage weit unter ihrem Wert verkauft.

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Paraplegiker-Stiftung: Zahlt Zäch den Schaden?

6:26 min, aus Kassensturz vom 18.10.2005

Im Sommer 2003 wurde der Gründer des Paraplegikerzentrums Nottwil, Guido A. Zäch, wegen mehrfacher ungetreuer Geschäftsführung in erster Instanz zu zwei Jahren Gefängnis unbedingt verurteilt. Sowohl Zäch als auch die Staatsanwaltschaft haben gegen dieses Urteil Berufung eingelegt. Seit heute läuft am Basler Appellationsgericht der Berufungsprozess. Der Vorwurf: Zäch soll sich ein zu hohes Gehalt als Stiftungsratspräsident ausbezahlt haben, zudem habe die Stiftung mit risikoträchtigen Immobilienprojekten viel Geld verloren.

Beweis ist nun da

Bereits vor vier Jahren kritisierte Kassensturz, Zäch betreibe Vetterliwirtschaft auf Kosten von Querschnittgelähmten. Es ging damals um eine 120 Quadratmeter grosse Eigentumswohnung an bester Lage in Luzern, die eine Gönnerin der Paraplegiker-Stiftung vermacht hatte und die der Stiftungsrat später an eine Angestellte verkaufte. Für nur 300'000 Franken. Kassensturz warf dem Stiftungsrat vor, er habe die Wohnung weit unter dem Marktpreis verkauft. So gehen Spendengelder verloren. Stiftungsratspräsident Guido A. Zäch gab sich im Kassensturz uneinsichtig und sagte:

« "Wenn Sie den Beweis antreten, dass die Wohnung damals mehr wert gewesen ist, stehe ich persönlich gerade und zahle die Differenz." »

Dieser Beweis ist nun da. Am 25. August 2005 stellte das Amtsgericht Luzern fest: Die Wohnung hat nicht 300'000 Franken wert, sondern 533'000 Franken. Die Einsprachfrist ist abgelaufen, das Urteil ist inzwischen rechtskräftig.

Zäch lässt via Anwalt ausrichten:

« "Herr Dr. Zäch wird frühestens nach der nächsten Stiftungsratssitzung Stellung nehmen, sofern sich dann eine Stellungnahme überhaupt aufdrängt." »

 Zahlt er nun oder zahlt er nicht? Laut Stiftungsrecht können Stiftungsräte für verloren gegangene Spendengelder haftbar gemacht werden.

Stiftungsrechtsexperte Michael Riemer von der Universität Zürich erklärt, was dies für Guido A. Zäch bedeutet: "Er haftet persönlich mit für den Schaden, welcher der Stiftung entstanden ist. Das heisst, dass er aus seinem privaten Vermögen der Stiftung den Schaden ersetzen muss."