Unerhörte Medikamentenpreise: Das sagt die Pharmaindustrie dazu

Eine Packung Tabletten kostet unanständige 16'000 Franken. Das kann man nicht rechtfertigen! «Kassensturz» sprach darüber mit Thomas Cueni, Geschäftsführer von Interpharma, dem Verband der forschenden Pharmaindustrie. Hier seine wichtigsten Aussagen.

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Interview mit Thomas B. Cueni, Generalsekretär Interpharma

5:56 min, aus Kassensturz vom 5.4.2016
  • «Generell müssen wir die Kritik an unseren Pharmapreisen ernst nehmen, wir haben aber mit dem Medikament Harvoni einen einmaligen Fall, den es nur alle 10 oder 20 Jahre gibt. Wir haben ein Krankheit die enorm belastend und auch teuer ist. Nicht die Medikamente, sondern die Spitalkosten und die Behandlung. Und heute kann man diese Krankheit in über 90 Prozent der Fälle heilen.»
  • «Die strengen Wirtschaftlichkeitsprüfungen, die man in England, Frankreich, Deutschland und auch in der Schweiz hat, die zeigen, dass das Medikament wirtschaftlich ist. Das Problem: Man sagt, ist ja wahnsinnig, was die Heilung kostet. Man schaut nicht, was man über viele Jahre einspart, denn die Kosten sind sofort sichtbar, die Einsparungen im Spital und beim Arzt hingegen ziehen sich über viele Jahre.»
  • «Bei einem Medikament bezahlen wir nicht dafür, was die Pharmafirma für die Forschung und Herstellung ausgibt, sondern für den Nutzen, der sie bringt. Wir wollen nicht den Misserfolg, sondern den Erfolg bezahlen. Wir wollen die Firma belohnen, die Erfolg hat.»
  • «Das Problem ist vielmehr: Wir haben viele Patienten, die zusätzlich behandelt werden sollten. Es fehlt ein nationaler Aktionsplan in der Schweiz. Es gibt Ärzte, die sagen, sie könnten bis 2030 Hepatitis C ausrotten. Wenn man einen solchen Aktionsplan hätte, den gewisse andere Länder haben, dann muss das Medikament, das heute schon deutlich billiger ist als vor zwei Jahren, nochmals deutlich billiger werden.»
  • «Das gesamte System hat Grenzen, Kostenbelastungsgrenzen. Wir müssen nicht nur darauf achten, was wir für Medikamente ausgeben, die heilen. Das ist ein kleiner Teil der Gesundheitskosten. Viel mehr müssen wir prüfen, was wir zum Beispiel in Spitälern und bei Ärzten sparen können. Wir müssen nicht nur den momentanen Kostenschub betrachten, sondern wie wir die Kosten allenfalls über mehrere Jahre verteilen können. Heute bezahlen wir pro Tablette oder Spritze. Wir sollten vielleicht vermehrt dafür bezahlen, dass man wirklich krankheitsfrei ist, den Erfolg der Behandlung.»

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