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Konsum Die Post – unfreiwillig einen Tick kundenfreundlicher

Letztes Jahr hat die Post so manchen Kunden verärgert. Dass seit April 2013 die sogenannten Maxi-Briefe ins Ausland zwingend eingeschrieben werden müssen, ist nur ein Beispiel. In harten Verhandlungen hat der Preisüberwacher nun erreicht, dass die Post diese und andere Anpassungen rückgängig macht.

Eine Frau wirft einen Brief in einen gelben Post-Briefkasten.
Legende: Erfreulich: A- und B-Post-Briefe werden vorläufig nicht teurer. Keystone

«Bezüglich Postfächer, Vollmachten, Retourpakete und Verzollung haben sich unzählige Kundinnen und Kunden der Post bei mir gemeldet», verrät Preisüberwacher Stefan Meierhans. Auch die Konsumentensendungen «Kassensturz» und «Espresso» haben mehrmals über den Gebührenärger berichtet. Gegenüber «Espresso» erklärt Meierhans nun, dass nach harten Verhandlungen einerseits der Verzicht auf die Einschreibe-Pflicht ein grosser Erfolg bedeute. «Und zweitens ist es toll, dass wir erreichen konnten, dass die Post die Schweizer Bevölkerung an ihrem Gewinn beteiligt.»

Vier A-Post-Marken für jeden Haushalt

Insgesamt verteilt die Post Briefmarken im Wert von 16 Millionen Franken an Schweizer Haushalte. «Natürlich kann man jetzt darüber streiten, ob das gut oder schlecht ist», sagt Meierhans. Man müsse sich einfach bewusst sein, dass eine Preisreduktion von 5 Rappen bei der B-Post weniger attraktiv gewesen wäre. Da hätte jeder Haushalt 80 Briefe verschicken müssen, um auf denselben Betrag zu kommen. Schlussendlich handle es sich hier aber durchaus um einen Kompromiss.

Dieser Kompromiss konnte erst erzielt werden, nachdem der Preisüberwacher ein formelles Verfahren gegen die Post eingeleitet hatte. Eine vorgängige informelle Aufforderung, die Preise in gewissen Bereichen zu senken, wies die Post zurück. «Unser Gewinn ist nicht unangemessen», rechtfertigt sich Post-Sprecher Bernhard Bürki. «Wir brauchen diesen Gewinn, um in unser Unternehmen zu investieren.» Nicht zuletzt verlange der Bund als Eigentümer der Post jährlich Dividenden.

Keine Preiserhöhung

Wie die insgesamt 280 Millionen, die aufgrund der Preisanpassungen fehlen, andernorts wieder reingeholt werden, sei noch nicht klar, so Bürki. In diesem Betrag sind bereits geplante, aber nun verworfene Preiserhöhungen bei der Briefpost ebenfalls enthalten. Der Preisüberwacher konnte erreichen, dass die Post auf Preiserhöhungen in diesem Bereich bis Ende 2016 verzichtet.

Die wichtigsten Änderungen

  • Die Post bietet den «Maxibrief Ausland» ab 1. April wieder uneingeschrieben und somit um sechs Franken günstiger an (neu heisst das Angebot «Minipack international»).
  • Für Privatkunden senkt die Post die Preise für Retourenpakete um 1.50 Franken und die Verzollungsgebühren um 50 Rappen.
  • Jeder Haushalt erhält in diesem Jahr vier Briefmarken im Wert von je einem Franken.
  • Die Briefpreise für A- und B-Post sowie alle Inlandpaketpreise werden bis mindestens Ende März 2016 nicht erhöht.
  • Für Geschäftskunden wird die Mindestmenge für die preisgünstigeren Massensendungen von 500 auf 350 Einheiten gesenkt.

Preisüberwacher bleibt dran:

«Gerade wenn ich an die Paketpost denke: Aufgrund des Onlinehandels muss man das verschickte Volumen genau im Auge behalten. Würde sich das massiv steigern, müsste man sich eine Preissenkung sicherlich überlegen.»

5 Kommentare

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  • Kommentar von Theodor Himmel, Chur
    Na endlich! Bisher konnte man kaum private Internetverkäufe in die EU machen, da es keine Möglichkeit gab die Waren preiswert zu versenden. Mit dem Maxibrief könnte sich das zumindest für kleine Gegenstände ändern. Versand DE->CH kostete bisher oft nur 1/3 vom Versand CH->DE! Das ist doch nicht mehr normal?!? Die Post legt leider eine unglaubliche Abzocker-Mentalität an den Tag. Kürzlich schon wieder: Webstamp ohne Ankündigung um 1.- Fr. pro Paket erhöht! Zum Glück gibt es den Preisüberwacher!
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  • Kommentar von p.keller, kirchberg
    Schön wäre es, wenn die Schalterräume endlich von dem unnötigen 'Kiosk-Gerümpel' befreit würden und wieder einen seriösen Eindruck hinterliessen.
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  • Kommentar von Samuel Müller, Zürich
    Bezeichnend ist, dass diese Manager der Bundesbetriebe (Post und Bahn) durch Getreue der SP besetzt wurden. Und "die SP" sich nun gar nicht mehr sozial erweist!
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