«Fiverr»: Aufträge in alle Welt für fünf Dollar

Ein neues Logo-Design, eine Übersetzung, ein Bewerbungsschreiben. Auch das kann man schon bequem auf Online-Plattformen bestellen. Weltweit bieten Menschen Mini-Jobs an. Zum Beispiel auf Fiverr.com. Die Konsumentensendung «Espresso» von Radio SRF 1 hat es ausprobiert.

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Fiverr.com-Auftrag zum Jubiläum 40 Jahre Espresso

1:06 min, vom 27.1.2016

Die Funnyguys aus Indien singen und tanzen zu einer Botschaft, die ihnen der Kunde auf Fiverr.com zugeschickt hat. Eine der unzähligen Angebote aus der Kategorie «Fun & Bizarre.»

Und auch für Brad Arnoldt (42) aus Melbourne in Australien ist fiverr ein Geschäft: Seit einiger Zeit verdient sich der Radiomoderator und Werbesprecher in seiner Freizeit etwas dazu. Sein Mini-Job, den er auf der Online-Plattform anbietet, ist speziell: Arnoldt liest die von den Kunden gewünschten Botschaften im Stil eines Reporters an einem Pferderennen.

Diese schräge Performance kommt gut an, etwa als Partygag oder spezielles Geburtstagsgeschenk. Arnoldt erledigte schon über 700 solche Aufträge aus der ganzen Welt.

«arnyaustralia», wie er sich auf der Internetplattform nennt, lobt den einfachen und übersichtlichen Aufbau der Seite. Doch die hohen Gebühren stören ihn: «Von jedem Auftrag für fünf Dollar erhält Fiverr einen Dollar, also zwanzig Prozent. Das ist viel.»

Ein Fünfer oder etwas mehr

Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt auf solchen «Clickworker-Plattformen». Ein Mexikaner zeichnet einen als Figur der Zeichentrickfilmserie Simpsons, wenn man ihm ein Foto und fünf Dollar schickt. Grafiker aus der ganzen Welt kreieren ein Firmenlogo.

Sängerinnen und Möchtegern-Sängerinnen bieten an, ein besonderes Lied für einen besonderen Moment zu singen. Gegen einen Aufpreis wird das kurze Video gleich im Internet publiziert.

Anbieter antworten oft schnell

Fiverr wurde 2009 von zwei Israelis gegründet. Sie verdienen damit gutes Geld, denn von jedem Fünf-Dollar-Job fliesst ein Dollar in ihre Kasse. Die Seite ist übersichtlich dargestellt und die Mini-Job-Anbieter überbieten sich gegenseitig mit ihren originellen Präsentations-Filmchen, in denen sie ihre Fertigkeiten anpreisen.

In der virtuellen Welt ist man sich nahe, denn es vergingen kaum zehn Minuten, bis sich beispielsweise ein Anbieter aus Indien auf unsere Anfrage gemeldet hat.

Häufig ist es aber mit fünf Dollar nicht getan. Das Grundangebot, das man für diesen Preis erhält, ist begrenzt. Für fünf Dollar werden nur ein paar Sätze in eine andere Sprache übersetzt oder nur dreissig Sekunden lang ein Text rezitiert. Wer mehr will, bezahlt mehr.

Und manchmal ist das Resultat unbefriedigend. «Espresso»-Redaktor Roland Wermelinger bestellte sich bei Karikaturisten in Mexiko und England verschiedene Exemplare. Erhalten hat er aber nur Bild-Verfremdungen, die alle einfach und schnell am Computer herzustellen sind.