Brandgefährliche Akkus: So schützt man sich

Ein Akku-Ladegerät für ein ferngesteuertes Modellauto löste den Altstadtbrand in Steckborn am Bodensee aus. Einmal mehr zeigt sich: Akkus müssen richtig gelagert und geladen werden.

Der Grossbrand in Steckborn (TG) machte kurz vor Weihnachten 30 Personen obdachlos und zerstörte sechs denkmalgeschützte Häuser. Der Sachschaden wird auf gegen sechs Millionen Franken geschätzt.

Die Brandermittler haben den Brandherd inzwischen gefunden: In einem Zimmer befand sich ein Ladegerät mit dem angeschlossenen Lithium-Polymer-Akku eines ferngesteuerten Rennautos.

Kleine Kraftwerke

Lipo-Akkus - die Abkürzung steht für Lithium-Polymer – sind beliebt, weil sie einige Vorteile gegenüber anderen Akkus oder Wechselbatterien bieten. Diese Akkus gelten als kleine Kraftwerke mit leichtem Gewicht und einer höheren Kapazität als die Alternativen.

Solche Akkus müssen sorgfältig behandelt werden, denn Lithium ist ein sehr reaktionsfreudiges chemisches Element. Peter Flury vom Eidg. Starkstrominspektorat Esti warnt: «Bei unsachgemässer Behandlung oder Beschädigung können sie zerplatzen, explodieren oder sich entzünden.»

Es sind deshalb einige Grundregeln zu beachten, im Umgang mit solchen Akkus:

  • Richtig lagern: Spezielle Schutztaschen sind eine sichere Aufbewahrungsmöglichkeit, wenn Akkus gelagert oder transportiert werden müssen.
  • Richtiges Ladegerät: Darauf achten, dass das geeignete Ladegerät verwendet wird. Es ist auch auf die Temperatur zu achten. Je höher der entnommene Strom, desto grösser ist die Erwärmung des Akkus.
  • Unter Aufsicht: Lipo-Akkus dürfen nicht unbeaufsichtigt geladen werden. Also nicht über Nacht aufladen und schon gar nicht, während man die Wohnung verlässt! Das heisst nicht, dass man dem Akku beim Laden zuschauen muss, doch man soll sich in der Nähe aufhalten. Wenn die Ladedauer erreicht ist, den Akku abhängen.
  • Nicht wasserfest: Ist ja klar; Ladegeräte und Akkus wie alle elektronischen Geräte fernhalten von Wasser.
  • Feuerfeste Unterlage: Den Lipo-Akku zum Aufladen nicht in die Nähe von brennbarem Material legen.
  • Richtig Entsorgen: Akkus und Ladegeräte niemals im Hauskehricht entsorgen. Käbelchen einzeln abschneiden, damit man keinen Kurzschluss riskiert. Anschlüsse mit einem Klebeband isolieren. Anschliessend als Elektromüll im Fachhandel oder dafür gekennzeichneten Abgabestellen entsorgen.