Facebook: Was der Internet-Gigant verschweigt

Fast zwei Millionen Schweizerinnen und Schweizer nutzen Facebook: Sie stellen persönliche Fotos ins Netz und geben Privates preis. Kein Problem, denken viele. Doch sie irren sich: Facebook behält sich vor, alle Daten weiterzugeben. «Kassensturz» sagt, wie man sich dagegen wehren kann.

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Datenfalle Facebook: Was der Internet-Gigant verschweigt

10 min, aus Kassensturz vom 27.4.2010

Jedes Facebook-Profil ist passwortgeschützt. Das vermittelt den Benutzern ein Gefühl von Sicherheit. Der Eindruck entsteht: Da ist man unter Freunden. Doch weit gefehlt. Die umfangreichen Facebook-Nutzungsbestimmungen sprechen eine andere Sprache.

Auch für Werbezwecke

«Der User verliert die Kontrolle über seine Daten und Informationen, weil Facebook sich das Recht herausnimmt, mit den Daten und Informationen irgendetwas zu machen, insbesondere sie zu Werbezwecke zu verwenden», sagt Bruno Baeriswyl, Datenschutzbeauftragter des Kantons Zürich.

Ein Beispiel aus den Nutzungsbestimmungen unter vielen: «Du gibst uns eine nicht-exklusive, übertragbare, unterlizenzierbare, unentgeltliche, weltweite Lizenz für die Nutzung jeglicher IP-Inhalte, die du auf oder im Zusammenhang mit Facebook postest».

Weiteres Beispiel: Jeder Nutzer kann in seinen Konto-Einstellungen zwar für die meisten Daten bestimmen, wer sie sehen kann. Doch diese Einstellmöglichkeiten kann Facebook jederzeit ändern – auch das steht in den Nutzungsbedingungen.

Garantie für gar nichts

Das Fazit von Datenschützer Baeriswyl ist klar: «Facebook garantiert eigentlich überhaupt gar nichts. Sie garantieren keine Sicherheitsstandards, sie garantieren nicht, dass sie sie Daten nur an berechtigte Stellen und Personen weitergeben. Sie sagen sogar explizit, dass Informationen jederzeit öffentlich werden können.»