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Fehler im Salt-System: 14 Franken pro Minute für Gatisnummer
Aus Espresso vom 27.11.2015.
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Multimedia Fehler im Salt-System: 14 Franken pro Minute für Gratisnummer

14 Franken pro Minute für ein Telefongespräch. Etwas viel! Vor allem, wenn es sich dabei um eine Gratisnummer handelt. Doch genau das ist einem «Espresso»-Hörer mit seinem Prepaid-Abo von Coop-Mobile passiert. Er will eine Lösung, doch die Abo-Verwalterin Salt stellt sich erst stur.

Dino Teitler besitzt seit Jahren eine American-Express-Karte. Vor drei Monaten brauchte er eine Auskunft und wählte die Servicenummer seines Kreditkarten-Herausgebers. Im Internet stand, die 00800er-Nummer sei kostenlos. Also schnappt er sich sein Prepaid-Handy und ruft an.

Das Gespräch kommt allerdings nicht zustande. Nach zwei Sekunden ist die Verbindung unterbrochen, sein Gesprächsguthaben praktisch aufgebraucht. Ein zweiter Versuch endet gleich. Mit Schrecken musste Dino Teitler feststellen: «Mir wurde beide Male ein Minutentarif von 14 Franken verrechnet, und ich war sehr erstaunt über das verbrauchte Gesprächsguthaben.»

Schlüpfrige Nummer gewählt?

Dino Teitler hat sein Prepaid-Abo bei Coop Mobile, und dieses wird verwaltet vom Telekom-Anbieter Salt. Er reklamiert deshalb beim Salt-Kundenservice. Mehrmals versucht er, klar zu machen, dass er auf eine Gratis-Nummer angerufen hat. Salt aber bleibt dabei: Die 14 Franken sind korrekt. Und es kommt noch besser: «Man hat mir im Prinzip unterstellt, ich würde schlüpfrige Nummern anrufen», erzählt Teitler. Es gäbe immer wieder Leute – vor allem Männer – die solche Nummern wählten und schliesslich Geld zurück wollten. «Das macht mich sauer!»

Nach einigem Hin und Her schreibt Salt den Betrag gut. Betont jedoch, dass dies eine einmalige Sache sei. Der Telekom-Anbieter bittet seinen Kunden zudem per SMS, diese Nummer nicht mehr zu wählen, weil sie Kosten verursache. Was aber, wenn Dino Teitler diese Nummer das nächste Mal wählen muss? Er will eine saubere Lösung und meldet sich bei «Espresso».

Geld wird zurückbezahlt

Warum verrechnet Salt eine 00800er-Nummer, die laut Bundesamt für Kommunikation Bakom für alle Anrufer kostenlos sein muss? Eine Anfrage bei Salt zeigt: Der Fehler liegt in der Programmierung. Mediensprecherin Therese Wenger: «Aufgrund einer fehlerhaften Konfiguration – durch menschliches Versagen – wurden bei alten Sold-Prepay-Karten und Coop-Mobile-Prepay-Karten falsche Tarife verrechnet.» Insgesamt sei dies bei 137 Anrufen passiert. Man habe das Problem jetzt behoben. Für die betroffenen Anrufe verspricht Therese Wenger: «Der fehlerhafte Betrag wird zurückbezahlt. Wir eruieren jetzt, ob die Karten noch aktiv sind und ob ein Besitzerwechsel stattgefunden hat.» Die Rückerstattungen würden sukzessive nach durchgeführter Abklärung erfolgen.

Spezialnummern und ihre Kosten

Telefonnummer
Gebühren
0800Seit 1.7.15 für alle Anrufer kostenlos (auch für Handybenutzer)
00800Internationale Gratisnummer. Immer kostenlos.
084x (Gebührenteilungsnummern)
Höchstens 7,5 Rappen pro Minute (+MwSt, Höchstpreis einer nationalen Verbindung zum Festnetz). Ausnahmen: Preisaufschlag möglich bei Anrufen aus einer Telefonzelle oder dem Ausland.
18xy (Auskunftsdienste)Grundgebühr plus Minutenpreis. Anrufe von Mobilgeräten teilweise mit Zusatzgebühr.
090x (Mehrwertdienste)Von 10 Rp. bis mehreren Franken pro Minute.
112 (Notruf)Immer gratis.
117 (Polizei)Immer gratis.
118 (Feuerwehr)Immer gratis.
144 (Sanität)Immer gratis.
143 (Dargebotene Hand)Max. 20 Rp. pro Anruf (70 Rp. von öffentlichen Apparaten aus).
147 (Telefonhilfe für Kinder und Jugendliche)Immer gratis.
162, 163, 140, 187 usw. (Informationsdienste)Zwischen 20. Rp. und 2 Franken pro Minute.

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10 Kommentare

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  • Kommentar von Stefan , Gr.
    geSaltene Gratisnummer
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  • Kommentar von Heiri Kugler , UdonThani
    Billig ist eben nicht immer günstig. Man weiss es seit Jahren. Aber die "Geiz ist Geil-Gesellschaft" will es so. Wer bei diesen Abzocker-Kraaken unterschreibt ist selber schuld. Da ist mir ein Monopolist mit sauberem Angebot und fähigen, anständigen Angestellten lieber. Auch wenn's ein paar Fränkli mehr kostet.
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    1. Antwort von Th. Dörnbach , Zürich
      Vorsicht, die Swisscom hat den Support auch unlängst geoutsourced... Und den Angestellten in jenen CallCentern gehts auch nicht besser als jenen von Salt und Sunrise... Nur die Kunden glauben es seien Swisscom-Mitarbeiter, denn schliesslich zahlen sie beim ex-Monopolisten ja deutlich mehr... Let's face it: Bakom und ComCom haben nicht verstanden das ein Oligopol mit einem Grossen und zwei Kleinen gleichschlimm ist wie ein Duopol od. Monopol... Dafür bezahlen darf wie immer der Kunde...
    2. Antwort von Adrian Gerber , Aarberg
      Sind Sie sicher? Ich bin bei Swisscom nur als Aktionär gut gefahren.
  • Kommentar von benni bühler , zürich
    liebes srf sind mit 0800 auch bspw. 0840 gemeint? weil mich die vom festnetz aus - bin bei upc cablecom jeweils was kosten... ich freue mich auf antwort gruss
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    1. Antwort von Walter Schütz , Watt
      Hallo Mich würde auch interessieren wie das bei den 0844 und 0848 Nummern ist (ev. auch noch weitere)? Die Telecoms werben doch immer mit 'alles inklusive' - für diese Nummern stimmt das aber nicht. Urspünglich waren das Nummern für die man aus der ganzen Schweiz Lokaltarif zahlte, also eine Dienstleistung der jeweilgen Firmen an ihre Kunden. Unterdessen sind es die die einzigen Nummern die kosten und das, zumindest bei Cablecom, massiv! Gibt es keine Methode wie man sich dagegen wehren kann?
    2. Antwort von Redaktion «Espresso» (SRF)
      Sehr geehrter Herr Bühler. Danke für Ihren Hinweis. Wir haben die Tabelle entsprechend ergänzt. Wie Sie sehen, sind 0840-Nummern nicht gratis. Sie kosten maximal 7,5 Rappen pro Minute.