Windows 10-Update: Bei Anruf Betrug!

Täglich laden in der Schweiz rund 40‘000 Leute Windows 10 von Microsoft herunter. Dies machen sich Internet-Kriminelle zunutze: Sie geben sich am Telefon als Microsoft Mitarbeiter aus und versuchen, Kunden zum Herunterladen eines Schadprogramms zu bewegen. Mit möglicherweise fatalen Folgen.

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Bildlegende: Windows bietet von selbst das Update an. pd

Derzeit rollt eine regelrechte Windows-Betrugswelle über die Schweiz, das bestätigen sowohl Microsoft wie auch die Schweizerische Kriminalprävention auf Anfrage von «Espresso», dem Konsumentenmagazin von Radio SRF 1.

Betrüger sprechen Englisch und machen Druck

Die Betrüger rufen meist von ausländischen Nummern an und sprechen Englisch. Sie geben sich als Microsoft Mitarbeiter aus und sagen, sie hätten gesehen, dass die betreffende Person Windows 10 herunterladen wolle. Und behaupten dann, der Computer des Microsoft-Kunden sei virenverseucht. Man müsse deshalb sofort ein Programm herunterladen, um dies zu beheben.

Wer skeptisch bleibt, wird unter Druck gesetzt. So ist es einem «Espresso»-Hörer aus dem Kanton Bern passiert: «Sie sagten, wenn ich jetzt nichts mache, werde ich innert zwei Stunden sämtliche Daten verlieren.»

Mircrosoft meldet sich nie aktiv bei technischen Problemen

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Wenn der PC verseucht ist

Betroffen ist nur, wer Schadsoftware auf dem Computer installiert hat. Dann sollte der Computer sofort vom Internet getrennt werden und mit einem Computerprofi Kontakt aufgenommen nehmen. Infizierte Geräte müssen höchstwahrscheinlich komplett neu aufgesetzt werden. Dies, um sicherzustellen, dass die Schadsoftware vollumfänglich entfernt ist.

Fies. Denn natürlich ist dies ein dreister Betrugsversuch. Die Betrüger machen sich die grosse Update-Welle von Microsoft Windows 10 schamlos zunutze. Reto Häni, Sicherheitschef für Westeuropa bei Microsoft, stellt klar: «Mitarbeiter von Microsoft melden sich nie wegen technischer Belange aktiv beim Kunden.»

Wer das Programm herunterlädt und installiert, gibt den Kriminellen freien Zugriff auf seinen Computer und seine Daten. «Jeder einzelne Tastendruck wird nach Passwörtern oder Bankkontaktnummern analysiert», warnt Reto Häni von Microsoft.

Opfer werden zufällig ausgewählt

Ihre Opfer wählen die Betrüger rein zufällig aus. Auch bei Polizisten, Mitarbeitenden der Kriminalprävention und sogar beim Microsoft-Sicherheitschef Reto Häni haben die Betrüger ihr Glück schon versucht. Apple- und Linux-Betriebssysteme sind übrigens nicht betroffen.

«Hörer einfach auflegen»

Martin Böss von der Schweizerischen Kriminalprävention rät: «Eine seriöse Firma wird nie anrufen und sagen, man müsse ein Programm installieren oder nach Kreditkartendaten oder Passwörtern fragen. Das ist immer ein Betrugsversuch. Deshalb ist es das Beste, den Hörer einfach aufzulegen.»