Handyempfang im Zug: Besserung erst im Fernverkehr

Die SBB rüstet bis Ende 2014 sämtliche Wagen im Fernverkehr mit Signalverstärkern aus, welche das Handysignal verbessern. Bis jetzt sind es rund 70 Prozent. Im Regionalverkehr dürfte es jedoch bis 2020 gehen. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass die Mobilfunkanbieter den Grossteil der Kosten tragen.

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Bildlegende: Passagiere wollen im Zug ohne Unterbrechung telefonieren. Keystone

Messungen der SBB haben ergeben, dass Signalverstärker im Fernverkehr eine deutliche Verbesserung des Handyempfangs bringen. Wagen, die entsprechend ausgerüstet sind, sind mit einem entsprechenden Aufkleber versehen (Siehe Bild).

Die SBB geht davon aus, dass bis Ende 2014 in allen Wagen im Fernverkehr ein guter Empfang möglich ist.

Grösseres Problem im Regionalverkehr

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Bildlegende: Die SBB kennzeichnet seit neustem Zugswagen, die mit neuen 3G/4G-Repeatern ausgerüstet sind, mit diesem Logo. zvg

Die Swisscom zeigt sich weniger euphorisch und verweist auf den stetig ansteigenden Datenverbrauch.

Erfahrungen der letzten Jahre zeigten, dass sich jeweils innert eines Jahres die Datenmenge praktisch verdoppele. Dies brauche auch entlang der Bahnstrecken immer mehr und stärkere Sendemasten.

Bis Ende Jahr will die Swisscom die Strecken Bern-Zürich und Lausanne-Genf mit dem neuen Standard 4G versorgen.

Pendler im Regionalverkehr müssen länger auf eine deutliche Verbesserung der Situation warten. SBB-Chef Andreas Meyer geht davon aus, dass erst bis 2020 alle Züge mit Signalverstärkern ausgerüstet sein können.

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Voraussetzung ist jedoch, dass die Mobilfunkbetreiber einen Grossteil der Kosten von 66 Millionen Franken selber tragen. Entsprechende Verhandlungen sind im Gang.

Klare Forderung an die Mobilfunkanbieter

Andreas Meyer hofft auf eine Einigung bis Ende Jahr. Dann könnten bereits nächstes Jahr Wagen, die sowieso revidiert werden müssen gleich auch mit Signalverstärken ausgerüstet werden.

Dies hofft auch Kurt Schreiber von der Interessenvereinigung Pro Bahn: « Mobilfunkanbieter machen in der Schweiz dank sehr hohen Tarifen gute Geschäfte. Da wäre es nur recht, wenn sie die Finanzierung übernehmen würden.»