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Ohne Euro im Portemonnaie kann der Speisewagen teuer werden
Aus Espresso vom 26.02.2015.
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Umwelt und Verkehr Ohne Euro im Portemonnaie kann der Speisewagen teuer werden

Wer in der Schweiz in ausländischen Speisewagen mit Franken bezahlt, zahlt drauf. So rechnete die Deutsche Bahn im Speisewagen bis vor kurzem mit einem Eurokurs von Fr. 1.35.

Reisende staunten nicht schlecht, als sie im Februar in Speisewagen ausländischer Bahnen etwas bestellten. Heinz Huber hatte auf der Strecke Basel-Zürich keine Euro dabei und musste so sein Abendessen in Franken bezahlen, zu einem Kurs von 1.35 Franken für einen Euro.

Als er den Kellner darauf hinwies, dass der effektive Kurs schon seit über einem Monat deutlich besser sei, antwortete dieser lapidar: «In Berlin sind sie nicht so schnell im Rechnen.»

Bezahlen in Euro ist möglich – aber nur in Bar

Diese Erfahrung machte auch Elisabeth Lindner auf der Strecke Basel-Thun. Der Preis von 20.10 Franken für eine Hähnchenbrust statt 14.90 Euro brachte sie auf die Idee, mangels Euro-Bargeld mit der Kreditkarte in Euro zu bezahlen. Dies wurde zunächst vom Speisewagenpersonal bejaht, schlussendlich wurde ihr die Rechnung trotzdem in Franken präsentiert.

Eine Sprecherin der Deutschen Bahn erklärt auf Anfrage des Konsumentenmagazins «Espresso» auf Radio SRF 1, dass Schweizer in der deutschen Bahn zwar mit Euro bezahlen können, aber nur in Bar. Kreditkarten würden auf Schweizer Boden in Schweizer Franken abgerechnet.

Auch ÖBB und SNCF passen jetzt erst die Kurse an

Zum schlechten Wechselkurs von 1.35 Franken für einen Euro erklärt die Deutsche Bahn, die Preise würden alle paar Monate festgesetzt und auf die Speisekarten gedruckt. Auch die Systemumstellung brauche Zeit. Per sofort habe man den Kurs jedoch auf 1.25 Franken für einen Euro angepasst.

Auch dieser Kurs ist jedoch weit weg vom effektiven Wechselkurs der Banken. Es lohnt sich deshalb nach wie vor, für den Speisewagen Euro-Bargeld mitzunehmen.

Dies gilt auch für die österreichische Bahn, die in der Schweiz mit dem Railjet unterwegs ist und die französische SNCF, die mit dem TGV die Strecke Basel-Zürich bedient. In den Speisewagen der Railjets rechnet die ÖBB mit einem Kurs von 1.33 Franken für einen Euro.

Bei der SNCF fahren Schweizer Kunden etwas besser, nämlich zu einem Kurs von 1.20 für einen Euro. Beide Bahnunternehmen passen die Kurse per 1. März leicht nach unten an.

SBB seit Fall der Mindestgrenze bei 1:1

Die SBB hat schneller reagiert. Kein Wunder, der jetzige reale Euro-Kurs ist besser für das Geschäft mit ausländischen Gästen. Diese bezahlen seit der Aufhebung des Mindestkurses mehr, dann hat nämlich die SBB in den Speisewagen den Euro dem Schweizer Franken gleichgesetzt.

Ab 1. März wird auf nationalen Strecken der Monatsmittelkurs der eidgenössischen Steuerverwaltung angewandt. Um die europäischen Gäste wieder zu entlasten, kostet ab dann auf internationalen Strecken ein Euro 1.10 Franken, Kaffee und Mineral sogar 1.20 Franken.

Eurokurse in ausländischen Bahngesellschaften

Deutsche Bahn (ICE)

Wechselkurs Februar:1 EUR / 1.35 CHF
Wechselkurs März:
1 EUR / 1.25 CHF

Strecken in der Schweiz: Basel-Interlaken Ost, Basel-Zürich, Basel-Bern

ÖBB (Railjet)

Wechselkurs Februar:
1 EUR / 1.33 CHF
Wechselkurs März:
Keine Angabe, aber Senkung vorgesehen

Strecken in der Schweiz: Zürich-Buchs SG

SNCF (TGV Lyria)

Wechselkurs Februar:
1 EUR / 1.20 CHF
Wechselkurs März:1 EUR / 1.10 CHF

Strecken in der Schweiz: Basel-Zürich

SBB

Wechselkurs Februar
(nat. Verbindungen):
1 EUR / 1 CHF
Wechselkurs Februar (internat. Verbindungen):1 EUR / 1 CHF
Wechselkurs März (nat. Verbindungen):Monatsmittelkurs Februar der eidg. Steuerverwaltung
Wechselkurs März (internat. Verbindungen):1 EUR / 1.1 CHF (Kaffee und Mineral 1.2 CHF)

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Markus Baumann , Pratteln
    Die "Freiheiten" hören immer dort auf, wo man mit/an Schweizern verdienen kann. Es gibt Hunderte, Tausende von "Europäern", die in der Schweiz finanzielle Rosinen picken und überhöhte Preise stehen lassen. Wäre es umgekehrt, würde man von Diskriminierung sprechen. Wenn zwei dasselbe tun, ist es nie das gleiche.
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    1. Antwort von Heinz Hostettler , Schwarzenburg
      Einsteigen, Preisliste prüfen, Speisewagen wieder verlassen. Die Distanzen zwischen 2 Bahnhöfen sind in der Schweiz zu kurz zum verhungern. Auf CH-Grund mit Euro bezahlen, geits no?
    2. Antwort von Ruedi , Stäfa
      Wenn ich in einem deutschen Zug sitze und mir eine Speisenkarte in € präsentiert wird zahle ich in €. Vor allem, wenn ich schon seit D im Zug sitze. Und wenn die DB das nicht will soll sie halt an der Grenze die Menuekarten auswechseln. Ich konnte zwischen Basel und Zürich in € zahlen. Die Bedienung hat zwar verwundert zurückgefragt, dann aber doch das €-Portemonnaie genommen. Das Billett hatte ich zudem auch (online) bei der DB gekauft.
  • Kommentar von Hans Knecht , Torny
    Gemäss EMRK Art 14 darf niemand auf Grund seiner Herkunft diskriminiert werden, sprich, gleicher Preis für alle egal wo man hinzugestiegen ist. Und wir Schweizer lassen uns dies wieder einmal gefallen. Der letzte löscht dann bitte das Licht.
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  • Kommentar von Christian Jeker , Basel
    Ich habe auch schon im ICE mit der Kreditkarte in CHF bezahlt und musste eine Auslandsgebühr von 1.5% zahlen, da die Firma in D registriert ist.
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