SBB verkauft Werbung auf Zugswagons

Bald könnten Züge bedeckt mit Logos von Banken, Telekomfirmen oder Fastfoodketten durchs Land fahren. Recherchen der Konsumenten-Sendung «Espresso» zeigen: Die SBB planen Zugwagons als Werbefläche zu nutzen. Die neue Einnahmequelle ist umstritten.

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Bildlegende: SBB-Zug: Bald mit Logos zugedeckt? SRF

Die Zugslokomotiven dienen bereits als Werbeträger. Seit kurzem können nun ganze Zugskompositionen mit Werbung zugeklebt werden. «Für uns eine willkommene Einnahmequelle», sagt SBB-Mediensprecher Reto Kormann gegenüber der Radiosendung «Espresso» auf DRS1.

Dass man mit dem Angebot von Werbung auf Zugskompositionen ein sensibles Feld beschreitet, ist man sich bei den SBB-Verantwortlichen bewusst. «Einerseits haben nicht alle Freude an einer fahrenden Werbeplakatsäule», gesteht Reto Kormann ein.

«Zusätzlich haben wir selber ein Interesse, dass die Schweizer Bevölkerung sieht, dass es sich um eine SBB-Zugskomposition handelt.» Aus diesen zwei Gründen sei das Angebot auch intern umstritten.

Ja nicht die Fenster zukleben

Weil die SBB-Verantwortlichen wissen, wie umstritten solche Werbemöglichkeit sind, hat sie vorgängig beim Kundenbeirat um dessen Meinung gebeten. «Wir haben grundsätzlich nichts gegen diese Art von Werbung - mit einer Einschränkung: Die Fenster dürfen nicht überklebt werden», sagt Bruno Eberle, Mitglied des SBB Kundenbeirats.

«In gewissen Städten hat es bei Verkehrsmitteln solche Werbung auf Fenstern. Das wäre bei den SBB-Zügen eine Katastrophe.»

Beitrag zur Preisstabilisierung

Die SBB verlangt rund 1,2 Millionen Franken für die Werbung auf drei Zugwagons. Diese klebt für ein Jahr auf den Wagons. «Wir haben momentan mehrere Interessenten, Werbung ist aber noch keine angebracht», sagt Reto Kormann.

Ob die Einnahmen durch diese neue Werbemöglichkeit zur Preisstabilisierung beitragen, will Kormann nicht beantworten.