Swisspass im Tirol: Das meint der Tourismus-Experte

Die Tiroler Wintersportorte steigen beim Swisspass ein. Rund 90 Skiorte machen ab kommender Saison mit. Darunter sind bekannte Orte wie Kitzbühel, Sölden, Ischgl und Sankt Anton. «Espresso» sprach darüber mit Jürg Stettler, Leiter des Instituts für Touristikwirtschaft an der Hochschule Luzern.

«Espresso»: Was sagen Sie zum Coup der Tiroler Skigebiete?

Jürg Stettler: Ich bin sehr überrascht, dass das den Österreichern gelungen ist. Einmal mehr haben sie die Nase vorn. Aus Sicht des Schweizer Gastes ist es natürlich attraktiv, dass er neben den Schweizer Skigebieten, die ja eher zurückhaltend sind beim Swisspass, jetzt die österreichischen zusätzlich im Angebot hat, die ja sowieso attraktiv sind. Für Schweizer Skifahrer ist das sicher eine gute Neuigkeit und letztlich auch für den Swisspass, der dadurch attraktiver wird.

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Tirol steigt mit Swisspass ein

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Der Swisspass macht den Schritt über die Schweizer Grenze: Rund 80 Tiroler Wintersportorte machen ab kommender Saison beim Swisspass mit. Und erst noch besser als die Schweizer Konkurrenz. Mehr

Sie haben die Zurückhaltung der Schweizer Skigebiete erwähnt. Die müssen ja Geld abliefern, wenn sie wollen, dass ihre Billette auf den Swisspass geladen werden. Die Tiroler Skigebiete dagegen erhalten sogar Geld dafür. Wie erklären Sie sich das?

Jürg Stettler: Mit geschicktem Verhandeln, nehme ich an. Auch das hat mich überrascht, dass hier die Konditionen besser sind. Ich weiss nicht, wie weit hier strategische Überlegungen der SBB dahinter stehen. Jedenfalls ergibt sich so die Möglichkeit für die Schweizer Skigebiete, mit der SBB nachzuverhandeln.

Jetzt haben wir einen Swisspass, den man auch in Österreich nutzen kann. Müsste man allenfalls den Namen anpassen?

Jürg Stettler: Das wäre wahrscheinlich ein Thema, wenn sich der neue Swisspass bewährt hat und diese Angebote grossen Absatz finden. Dann kann man sich durchaus überlegen, ob man da eine schweizerisch-österreichische Bezeichnung wie «Swiss-Austria-Pass» wählen möchte. Aber ich würde zunächst einmal abwarten, wie sich das neue Angebot am Markt etabliert.