Krankenkassen-Ombudsmann: Rücktritt und Rückblick

Ende Juli tritt Rudolf Luginbühl als Ombudsmann der Krankenversicherung zurück. Zu den Dauerbrennern seiner siebenjährigen Amtszeit gehörten Probleme mit Versicherungswechseln, Vermittlern und mit Versicherungen, die schlecht informieren.

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Bildlegende: Rudolf Luginbühl spricht im «Espresso» über seine Zeit als Krankenkassen-Ombudsmann. zvg

Wie sagt’s die Krankenversicherung ihren Kunden? In Sachen Kommunikation gebe es grosse Unterschiede, meint der abtretende Ombudsmann Rudolf Luginbühl im «Espresso»-Interview: «Es gibt durchaus Kassen, die ihre Kunden auch in schwierigen Situationen professionell informieren. Andere verursachen schon in einfachen Situationen ein Durcheinander, weil sie nicht klar informieren.»

Gerade in solchen Fällen melden sich viele Kunden beim Ombudsmann. Er nimmt also gerade den kritisierten Kassen einen Teil der Arbeit ab. «Das ist klar», sagt Rudolf Luginbühl, «allerdings meldet sich bei uns nur ein kleiner Teil der Betroffenen.» Bei grundsätzlichen Problemen spreche die Ombudsstelle die Geschäftsleitung einer Versicherung an, um eine Lösung zu finden, die möglichst allen betroffenen Kunden dient.

Manchmal reicht ein Anruf

Wie aufwändig die Lösungssuche mit einer Krankenversicherung ist, hänge ganz vom Thema und der Versicherung ab, sagt Luginbühl: In den einen Fällen reiche ein Anruf, in anderen seien lange Schriftwechsel mit juristischen Argumenten nötig.

Ombudsstelle soll einfach erreichbar sein

Versicherte sollten die Ombudsstelle möglichst einfach erreichen können: Das war Rudolf Luginbühl ein grosses Anliegen. «Leuten, die bereits Probleme haben, sollten wir nicht noch weitere Probleme bereiten.» Für einen ersten Kontakt mit der Ombudsstelle reiche deshalb ein Anruf oder ein E-Mail.

Rudolf Luginbühl tritt im Alter von 60 Jahren zurück. Seine Nachfolgerin bei der Krankenkassen-Ombudsstelle ist seine bisherige Stellvertreterin Morena Hostettler Socha.