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Prämienschock: So teuer kann es wirklich werden
Aus Kassensturz vom 03.11.2015.
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Versicherungen Prämienschock: So teuer kann es wirklich werden

Die Krankenkassenprämien steigen 2016 um durchschnittlich 4 Prozent. Doch einige trifft es besonders hart. «Kassensturz» zeigt das Beispiel einer Familie, die plötzlich über 2000 Franken mehr bezahlen soll. Das zeigt einmal mehr: Ein Kassenwechsel kann sich lohnen.

Die neuen Krankenkassenprämien flattern ins Haus. Zwar ist schon länger bekannt, dass die Kosten im Schnitt um 4 Prozent steigen. Doch einige erwischt es deutlich heftiger. Zum Beispiel die Familie Isaak aus dem Kanton Schwyz. Vater Markus Isaak hat zwar mit höheren Prämien gerechnet. Aber der Aufschlag fürs nächste Jahr ist für ihn ein Schock: «Mitte Oktober erhielt ich die neuen Prämienberechnungen. Die Krankenkasse verlangt fürs nächste Jahr 50 Prozent mehr Prämien.»

Prämienerhöhung von mehr als 2000 Franken!

Tatsächlich. Der Brief ihrer Krankenkasse Klug zeigt, die Prämien für die ganze Familie steigen von 4300 Franken in diesem auf über 6600 Franken im nächsten Jahr. Das ist ein Aufschlag von über 2360 Franken. Markus Isaak dachte zuerst an einen Berechnungsfehler und erkundigte sich bei der Klug-Krankenkasse: «Diese bestätigte, dass der massive Aufschlag korrekt sei. Aber ich kann nicht nachvollziehen, wie sich eine Kasse innerhalb eines Jahres so verteuern kann.»

Darüber staunt auch Versicherungs-Experte Stefan Thurnherr. Er weiss, dass die Gesundheitskosten und damit verbunden die Prämien Jahr für Jahr steigen. Das liege daran, dass die Versicherten immer mehr medizinische Leistungen beanspruchen und immer älter werden. Dennoch: Aufschläge von über 50 Prozent seien sehr selten. Zum Fall der Familie Isaak meint Stefan Thurnherr: «Das ist sicher aussergewöhnlich. Für die Kantone Schwyz und Jura habe ich deutliche Aufschläge erwartet, aber derart krasse Aufschläge habe ich in den letzten Jahren nicht gesehen.»

Die Versicherung war über Jahre sehr günstig. Jetzt hat das Bundesamt für Gesundheit die Kasse zu höheren Prämien verpflichtet. Stefan Thurnherr stellt keine rosigen Prognosen: «Nach einem solchen Aufschlag verlassen die guten Risiken die Kasse. Daher wird sie nicht billiger werden. Für den Prämienzahler heisst das, nicht auf Besserung hoffen, sondern jetzt wechseln.»

Und das kann sich tatsächlich lohnen. Hier ein Beispiel:

Grafik Preisvergleich Krankenkassenprämien.
Legende: Das schenkt ein! SRF

Bleibt Familie Isaak bei der Krankenkasse Klug, zahlt sie im nächsten Jahr im Standard-Modell 6756 Franken.

Wechselt sie zum Standard-Modell von Agrisano, zahlt sie nur 5‘094 Franken.

Noch mehr sparen kann Familie Isaak, wenn sie sich für das Telefonberatungs-Modell der SLKK entscheidet. Die Prämie dort: 4‘674 Franken. Das sind über 2000 Franken weniger als bei der jetzigen Kasse!

Markus Isaak informiert sich über günstigere Alternativen. Vermutlich nicht zum letzten Mal, befürchtet der Familienvater: «Nur so weiss ich, wo ich stehe. Die Leistungen sind in der Grundversicherungen ja bei allen Krankenkassen identisch.»

Es gibt übrigens auch keine besonders gefährlichen Versicherungen. Es empfiehlt sich daher, zu der jeweils günstigsten Kasse zu wechseln. Auch wenn man damit rechnen muss, dass nach ein paar Jahren ein erneuter Wechsel ansteht.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Armin Heinzmann , Embrach
    Tja, würde mal sagen, die meisten sind selber schuld, da über 50% die Einheitskasse abgelehnt haben. Somit konkurrenzieren sich die Kassen weiterhin und müssen hunderte von Millionen an Versicherungsberater für die Wechsel abdrücken und die gleiche Infrastruktur (Backoffice. EDV, Marketing usw.) muss anstatt 1x nun weiterhin 50x bezahlt werden.
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  • Kommentar von Gerhard Hardegger , 8902 Urdorf
    In der Grundversicherung hatte ich einen Aufschlag von 5.2%, jedoch bei den Zusatzversicherungen sind die Prämienaufschläge nicht mehr Wucher sondern räuberisch, denn die Aufschläge bewegen sich von 5% bis 151%. Wo führt dies noch hin? Die Politik mit den Krankenkassen versagen auf der ganzen Linie. Es wird die Zeit kommen, da kann sich die Krankenkasse niemand mehr Leisten. Was macht dann die Politik?
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  • Kommentar von Kathrin Weber , Diegten
    Es ist unglaublich was hier abgeht. Herr Berset spricht immer von Solidarität. Ich denke, alle die die eine hohe Franchise haben zahlen nebst den Prämien praktisch alle Rechnungen selber. Ich frage mich wie das weitergehen soll. Der Steuerzahler bezahlt jetzt schon viele nicht bezahlte Prämien. Es gibt auch zu viele die vom KK Wechsel verdienen. Zudem sitzen Politiker in den VR der KK. Auch die Werbung im Fersehen ist sehr teuer. Der Markt hat nie gespielt höchstens für einige wenige.
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