Wegpauschale nicht immer zulässig

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  • Wegpauschale nicht immer zulässig

    Corinne Condrau aus Adligenswil (LU) liess vor einigen Wochen ihren Tumbler reparieren. Die zuständige Firma V-Zug schickte danach eine Rechnung mit folgenden Posten: Arbeitszeit 45 Franken, Ersatzteil 11 Franken, Wegpauschale 73 Franken (alle zzgl. MWST).

    «Ich wurde stutzig und dachte mir: Das kann doch nicht sein», nervt sich die Kundin. Sie wohne bloss ein paar Kilometer neben einem Servicecenter der Firma.

    Wer bei seiner Handwerker-Rechnung eine Wegpauschale aufgeführt sieht, sollte diese genau überprüfen. Nicht immer sind diese Preise nämlich gerechtfertigt. «Kein Kunde ist verpflichtet, eine Pauschale zu zahlen», meint Rechtsexpertin Doris Slongo. «Sobald der Betrag höher ist als der tatsächliche Aufwand, sollte man nicht den gesamten Betrag bezahlen.»

    Simon Thiriet

  • Grosser Aufwand für süsse Früchte

    Giovanelli in Frauenfeld ist einer der grössten Früchteimporteure der Schweiz. Sie hat über 70 exotische Früchte-, Gemüse- und Kräutersorten im Angebot. Damit diese Früchte trotz langer Transportwege gut schmecken, reifen Mangos, Avocados oder Bananen in speziellen Reifekammern nach.

    In diesen Kammern wird ein auf die Früchte abgestimmtes Klima geschaffen, welches die Reifung beschleunigt oder verzögert.

    Giovanelli beliefert verschiedene Grossverteiler. Die exotischen Früchte bei Produzenten aus über 70 Ländern würden auf eigenes Risiko eingekauft, sagt Geschäftsführer Sergio Giovanelli. «Wir haben sehr erfahrene Einkäufer, die genau wissen, was wann gefragt ist. Wenn das Wetter sommerlich wird, dann wollen die Kunden beispielsweise vermehrt Erdbeeren oder Spargeln. Dafür müssen wir gerüstet sein.» Die Geschäftsphilosophie, immer liefern zu können, berge auch das Risko, dass man auf Früchten sitzen bleibe. Diese würden zu Biogas verarbeitet, so Giovanelli.

    Nicole Roos

  • Nachhaltige Fischerei: Kritik am MSC-Label

    Das MSC-Label soll garantieren, dass der Fischfang die Bestände nicht gefährdet. Die Nachhaltigkeit verkauft sich gut, immer mehr Fische in Schweizer Läden werden unter dem MSC-Label angeboten. Eine neue Studie erhebt nun schwere Vorwürfe.

    Ein knappes Drittel der MSC-Fische werde demnach nicht nachhaltig gefangen und stamme aus überfischten Gewässern.

    Rainer Froese, Meeresforscher und Verfasser der Studie, erklärt gegenüber dem «Kassensturz», dass die Anzahl von MSC-Fischen aus problematischen Gewässern zunimmt. Vertreter des Labels bestreiten dies. Der Bewertungsmassstab der Studie von Rainer Froese sei zu hoch angesetzt. Nach internationalen Massstäben operiere keine einzige MSC-zertifizierte Fischerei auf überfischten Gewässern.

    Matthias Schmid / Flurin Maissen