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Viele Dosen lassen sich nicht mehr zusammendrücken. Warum denn das?
Aus Espresso vom 11.01.2021.
abspielen. Laufzeit 04:12 Minuten.
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«Espresso Aha!» Weshalb macht der Büchsenöffner beim Dosenboden schlapp?

Seit ein paar Jahren lassen sich nicht mehr alle Konservendosen beidseitig öffnen.

Konservendosen gehören nicht in den Abfall, sondern sollen rezykliert werden. Doch wer häufig Lebensmittel aus Konserven konsumiert, kennt das Problem: Die leeren Büchsen brauchen Platz. Früher konnte nebst dem Deckel auch der Boden mit dem Büchsenöffner entfernen werden. Der Dosenkörper liess sich dann schön flach zusammendrücken, und die leeren Büchsen konnten platzsparend aufbewahrt werden bis zur Entsorgung. Heute geht das bei vielen Dosen nicht mehr.

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Legende:Ältere Dosen haben einen Verschlussring (s. Pfeil). Neue Dosen (Gemüse) haben keinen, da sie aus einem Stück gestanzt werden.srf

«Ich muss andauernd zur Sammelstelle»

Auch einem Hörer des SRF-Konsumentenmagazins «Espresso» ist aufgefallen, dass sich die Dosen heute oft nicht mehr beidseitig öffnen lassen. «Nun muss ich andauernd zur Sammelstelle, weil ich die Dosen nicht mehr so flach zusammendrücken kann wie früher.» Er möchte wissen, weshalb sein Büchsenöffner bei so vielen Dosenböden schlapp macht.

Die zwei Dosen im Vergleich
Legende: Einst konnte auch der Boden mit dem Büchsenöffner entfernen werden. Heute geht das bei vielen Dosen nicht mehr. SRF

Nur noch zweiteilige Dosen

Tatsächlich wurde die Machart der Konservendosen in den vergangenen Jahren angepasst. Es gibt zwar noch Produkte, die weiterhin in den herkömmlichen Dosen verkauft werden, doch setzen sich laut dem Schweizer Konserven-Hersteller Hero immer mehr die neueren Modelle durch. Diese sind aufgrund des schmaleren Bodens («necked-in») besser stapelbar.

Womit wir zur Antwort kommen: Die alten Dosen wurden noch aus drei Teilen (Körper, Boden und Deckel) zusammengesetzt. Bei den neuen Modellen werden Dosenkörper und -boden aus einem einzigen Stück Blech gestanzt. Bodenseitig fehlt also der sogenannte Verschlussring – und damit fällt auch der kleine Vorsprung weg, an welchem Büchsenöffner gut greifen können.

«Espresso Aha!»

«Espresso Aha!»

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Weniger Material und stabiler

Nun mögen diese neueren Modelle zwar für das Aufbewahren der leeren Dosen etwas mühsamer sein. Doch sie bringen laut den Herstellern gleich mehrere Vorteile mit sich. So sagt etwa Marcel Oswald, Konserven-Verantwortlicher bei der Migros, diese zweiteiligen Dosen seien nicht nur besser stapelbar, sondern auch stabiler: «Denn dadurch, dass Dosenkörper und -boden aus einem Teil gestanzt werden, haben die Dosen nur noch den einen Verschluss oben beim Deckel.» Eine potenzielle Bruchstelle wurde also beseitigt.

Ein weiterer Vorteil sei, dass bei der Dosenproduktion weniger Material verwendet werde. «Weil es am Boden keinen Verschlussring mehr braucht, sparen wir pro Dose zehn bis fünfzehn Gramm Blech.» Das sei ressourcenschonender, betont auch Hersteller Hero.

Kaum Reklamationen

Thunfischdosen sind laut Marcel Oswald schon seit mehreren Jahrzehnten unten leicht abgerundet. Bei den anderen Konserven, die in der Schweiz und Liechtenstein hergestellt werden, würden sie seit 2015 eingesetzt. Weltweit gebe es aber weiterhin diverse Hersteller, die noch die alten Modelle produzieren würden.

Seit der Einführung habe es kaum Reklamationen gegeben, sagt der Konserven-Verantwortliche der Migros: «Das ist eigentlich erstaunlich, da es sich doch um eine recht grosse Umstellung handelte.»

Espresso, 04.01.2021, 8.13 Uhr

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