Alkohol im Alter: Die stille Epidemie?

  • Mittwoch, 17. Juli 2019, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Mittwoch, 17. Juli 2019, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Mittwoch, 17. Juli 2019, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Ein, zwei oder drei Gläser Wein - nicht selten aber auch mehr: Sieben Prozent der 65 bis 75-jährigen in der Schweiz trinken chronisch risikoreich. Was sind die Gründe und wie kann man helfen?

Sucht kennt kein Alter. Im Gegenteil – gerade Senioren und Seniorinnen sind besonders gefährdet eine Alkoholsucht zu entwickeln.

Eine Abhängigkeit im Alter bleibt aber oft unbemerkt und unterbehandelt. Denn nicht selten werden die Folgen des Alkoholmissbrauchs mit gängigen altersbedingten Veränderungen verwechselt oder aber der Alkoholkonsum der älteren Generation wird bagatellisiert. Fachleute orten Handlungsbedarf.

Studiogast: Esther Indermaur, Spitex und Pflegeexpertin


Beiträge

  • Ich, der Alkoholiker

    Durch die krankheitsbedingte Frühpensionierung fiel Hans* in ein psychisches Loch. Er fühlte sich einsam, leer, nutzlos – diese Sorgen wollte er mit Alkohol vergessen.

    Zuerst waren es nur ein paar Flaschen Bier. Doch dann brauchte er mehr, um sein Zittern zu stoppen, um sich beruhigen zu können: Whiskey.

    Hans entwickelt Strategien, um seine Sucht zu verstecken, gleichzeitig plagte ihn das schlechte Gewissen seiner Familie gegenüber, die mitlitt.

    *Name geändert

    Mariel Kreis

  • Mein Mann, der Alkoholiker

    Es sind ähnliche Muster, die Angehörige von alkoholsüchtigen Menschen anwenden: sie entschuldigen den Betroffenen im Umfeld, suchen Ausreden.

    Gleichzeitig kontrollieren sie den Süchtigen und in der letzten Phase kommt es zu Vorwürfen und Drohungen, etwa den Partner zu verlassen. Genau das hat auch Linda* durchgemacht, während der acht Jahre, in denen ihr Ehemann alkoholkrank war.

    *Name geändert

    Mariel Kreis

  • Der Ausstieg

    Es ist nie zu spät aufzuhören, hat sich Hans* nach acht Jahren Alkoholsucht gesagt und seinen Ausstieg in Angriff genommen.

    Nicht nur er nahm psychologische Hilfe in Anspruch, sondern auch seine Ehefrau Linda*. Und gemeinsam besuchten sie eine Paartherapie, in der sie die letzten acht Jahre aufarbeiten und schliesslich hinter sich lassen konnten.

    *Name geändert

    Mariel Kreis

Autor/in: Mariel Kreis, Anna Jungen, Moderation: Monika Schärer, Redaktion: Dagmar Walser