Arbeiterinnen organisieren

  • Freitag, 14. Juni 2019, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Freitag, 14. Juni 2019, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Freitag, 14. Juni 2019, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

So genannte «Frauenarbeit» ist schwächer durch Gewerkschaften geschützt als «Männerarbeit». Und das obwohl Frauen eher unter prekären Bedingungen arbeiten als Männer. Wie muss sich Gewerkschaftsarbeit wandeln, um auch die weibliche Arbeitswelt zu durchdringen?

Am Frauenstreik hören wir die Frauen laut und deutlich. Oft aber bleiben genau jene Frauen, die am meisten Grund zur Empörung hätten, ruhig. In Risiko-Branchen wie etwa der Reinigung, dem Detailhandel oder der Privatpflege ist die gewerkschaftliche Organisation relativ schwach – besonders im Vergleich mit traditionellen Männerbranchen wie dem Bau oder der Industrie.

Kontext wirft zum Frauenstreik ein Licht auf typische Frauenarbeit unter prekären Bedingungen. Und auf den Versuch der Gewerkschaften, in diese Arbeitswelten vorzudringen. Merkmale solcher Frauenarbeit, wie etwa Teilzeit-Arbeit, erschweren den Erfolg der Gewerkschaftsbewegung ebenso wie ihre männlich-geprägte Geschichte. Und Kontext widmet sich ausserdem der Frage, wie sich hart-arbeitende Frauen zum Frauenstreik formieren, wo Gewerkschaften kaum eine Rolle spielen: in der Landwirtschaft.

Studiogast: Natalie Imboden, feministische Historikerin mit jahrelanger Erfahrung in der Gewerkschaftsarbeit.


Beiträge

  • Unsichtbare Frauen

    In der Hotelreinigung arbeiten die meisten Frauen in externen Reinigungsfirmen - auf Abruf und im Stundenlohn. Es sind vor allem Migrantinnen. Ein Job reicht meist nicht aus, um zu überleben. Wehren tun sich allerdings die wenigsten. Zu gross ist die Angst vor Sanktionen.

    Zu stark sind sie angewiesen auf den Arbeitgeber. Die Unia versucht trotz allem an diese Frauen zu gelangen und Ihnen Gehör zu verschaffen. Die Reportage.

    Benedikt Hofer

  • Höhenfeuer für den Frauenstreik: Das Signal der Bäuerinnen

    Gleicher Lohn für gleiche Arbeit ist eine Hauptforderung des Frauenstreiks. Die Bäuerinnen hingegen fordern: Überhaupt Lohn!

    Die grosse Mehrheit der Landwirtinnen arbeitet gratis auf dem Hof des Mannes – Vergelts Gott! Oder: Zustände wie zu Gotthelfs Zeiten, die grosse finanzielle Risiken mit sich bringen. Z.B. fehlender Mutterschutz und fehlende soziale Absicherung im Alter, sagt die Präsidentin des Bäuerinnen-und Landfrauenverbandes (SBLV) Anne Challandes. Und so solidarisiert sich der SBLV mit dem Frauenstreik. Streik? Das passt nicht allen Bäuerinnen.

    Anna Jungen

Autor/in: Benedikt Hofer, Anna Jungen, Moderation: Brigitte Häring, Redaktion: Raphael Zehnder