Birgt das Sprachensterben ein Risiko für die Menschheit?

  • Freitag, 30. August 2013, 9:06 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Freitag, 30. August 2013, 9:06 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Freitag, 30. August 2013, 18:30 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

In den nächsten 100 Jahren wird die Hälfte der rund 6000 Sprachen, auf der Welt verschwinden. Das prophezeien Fachleute. Doch bereits heute verschwinden regelmässig Kleinsprachen von diesem Planeten. Ist das nur schlimm oder auch gefährlich?

Ist das Trauern, beispielsweise um das Elsässische oder das Romanische, blosse Romantik?
Bildlegende: Ist das Trauern, beispielsweise um das Elsässische oder das Romanische, blosse Romantik? Keystone

Von den meisten dieser Sprachen werden keinerlei Dokumente übrigbleiben. Mit ihnen verschwinden das Denken, das Wissen und die Kultur derer, die diese Sprachen gesprochen haben.

Birgt der prognostizierte Sprachentod ein Verlustrisiko für die Menschheit, vergleichbar mit dem Verlust von Biodiversität durch den Artentod bei Pflanzen und Tieren? Oder ist das Trauern beispielsweise um das Elsässische oder das Romanische blosse Romantik?

Buchhinweise:

Harald Haarmann: Kleines Lexikon der Sprachen. C.H. Beck-Verlag 2002

Nicholas Evans: Dying Words. Endangered Languages and What They Have To Tell Us. Wiley-Blackwell 2010

Guy Deutscher: Im Spiegel der Sprache. Warum die Welt in anderen Sprachen anders aussieht. C.H.Beck-Verlag 2013

Jared Diamond: Vermächtnis. Was wir von traditionellen Gesellschaften lernen können. S. Fischer-Verlag 2012

Bedrohte Sprachen. Warum die Vielfalt stirbt und wie Forscher kulturelles Wissen vor dem Vergessen retten. Hg. Volkswagen-Stiftung

Autor/in: Markus Gasser