Comment ça va, la France?

  • Freitag, 13. März 2020, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Freitag, 13. März 2020, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Freitag, 13. März 2020, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Am 15. März werden in Frankreich die Stadträte gewählt. Spannend sind die Kommunalwahlen vor allem auch im Norden des Landes, wo der rechtsextreme «Rassemblement National» unter Marine Le Pen besonders viele Sympathisanten hat. Auf einer Reise durch das Land fühlen wir Frankreich den Puls.

So besuchen wir die Stadt Denain in der Nähe der belgischen Grenze. Einst eine reiche Industriestadt, ist sie heute eine der ärmsten Städte in ganz Frankreich. Der Fotograf Vincent Jarousseau hat dort Menschen begleitet, die am unteren Rand der Gesellschaft überleben. Dann reisen wir weiter ins nordfranzösische Kohlerevier. Dort stehen die Zechen seit 30 Jahren still und die Industriedenkmäler drohten zu zerfallen.

Unter grossem Einsatz gelang es jedoch einem Verein, das begehrte Weltkulturerbe-Label der UNESCO zu erlangen. Heute setzt die Region auf Tourismus, statt auf Kohleabbau. Und schliesslich gehen wir nach Loos-en-Gohelle. Eigentlich mitten im Stammland des «Rassemblement National», regiert dort seit fast 20 Jahren ein grüner Bürgermeister. Der Ort gilt als ökologische Vorzeige-Stadt. Wie ist der Wandel einer ehemaligen Minenstadt von schwarz nach grün gelungen?

Beiträge

  • Den Verlierern ein Gesicht geben

    Nach dem Krieg war Denain eine wohlhabende Arbeiterstadt. Beim Stahlkonzern Usinor hatten bis zu 10‘000 Menschen einen Job. Aber vor gut 30 Jahren machte die Firma dicht. Davon hat sich Denain bis heute nicht erholt. Es ist eine der ärmsten Städte in Frankreich.

    Die Zahl der Einwohner ist dramatisch geschrumpft und das städtische Leben ist weitgehend erloschen. Der Fotograf Vincent Jarousseau hat in Denain Menschen begleitet, die am unteren Rand der Gesellschaft überleben. Daraus entstand der Fotoroman «Die Wurzeln des Zorns». Ein Besuch mit dem Fotografen bei den Menschen, die er portraitiert hat.

    Bettina Kaps

  • Das Kohlerevier als Industriedenkmal

    Die Zechen im nordfranzösischen Kohlerevier waren 250 Jahre lang in Betrieb. Die Bergleute haben entscheidend zum Wiederaufbau Frankreichs nach dem 2. Weltkrieg beigetragen. In den 1960er Jahren setzte der Niedergang ein und 1990 hat die letzte Zeche dicht gemacht.

    Daraufhin fing man an, die sichtbaren Spuren des Bergbaus systematisch zu beseitigen.

    Doch in der Bevölkerung regte sich Widerstand. Unter anderem ehemalige Kumpel wollen die Fördertürme, Bergwerke und Arbeitersiedlungen schützen und erhalten. So gelang es letztlich, das begehrte Weltkulturerbe-Label der UNESCO zu erlangen.

    Bettina Kaps

  • Die ökologische Vorzeige-Stadt mitten im Kohlerevier

    Henin-Beaumont und Loos-en-Gohelle – so heissen zwei der ehemaligen Bergarbeiterstädte. Beide Städte kämpfen mit sozialen Problemen, aber ihre Entwicklung könnte unterschiedlicher nicht sein. Henin-Beaumont gilt als Versuchslabor der Rechtsextremen.

    Dort hat Marine Le Pen ihren Wahlkreis, dort wurde sie 2017 in die Nationalversammlung gewählt. In Loos-en-Gohelle hingegen regiert seit 19 Jahren ein grüner Bürgermeister, der Ort gilt als ökologische Vorzeige-Stadt. Wie ist der Wandel einer ehemaligen Minenstadt von schwarz nach grün gelungen?

    Bettina Kaps

Autor/in: Bettina Kaps, Moderation: Bernard Senn, Redaktion: Remo Vitelli; Produktion: Michael Sennhauser