Der Elefant im Raum: Tabus in der NS-Raubkunstdebatte

  • Dienstag, 17. Oktober 2017, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Dienstag, 17. Oktober 2017, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Dienstag, 17. Oktober 2017, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Mit dem «Fall Gurlitt» ist das Thema NS-Raubkunst in der öffentlichen Debatte angekommen. Wem welche Bilder gehören, ist unterdessen ein wichtiges Thema und auch, ob Schweizer Museen genug tun, um NS-Raubkunst zu finden. Aber: Worüber wird in der Debatte lieber geschwiegen?

Es ist einiges passiert, seit das deutsche Nachrichtenmagazin «Focus» im Herbst 2013 über Cornelius Gurlitt und seine geerbten Kunstwerke berichtete. Das Thema NS-Raubkunst ist mit dem «Fall Gurlitt» eines von öffentlichem Interesse geworden. Das hat Folgen. Eine davon: das Bundesamt für Kultur unterstützt Schweizer Museen seit 2016 darin, die eigenen Bestände auf NS-Raubkunst zu untersuchen.
Doch so gross die Schlagzeilen jeweils sind, auch in der Debatte um NS-Raubkunst gibts Tabus. Was ist mit den vielen privaten Kunstsammlungen? Müssen die ihre Bestände wie die Museen untersuchen bzw. warum müssen sies nicht? Und: was ist mit dem nur hinter vorgehaltener Hand geäusserten Vorwurf, dass die Rückgabe von Raubkunst auch ein Geschäft ist und manche gut daran verdienen? Kontext stellt die Fragen und sucht nach Antworten.

Beiträge

  • Das Geschäft mit dem Raubkunst-Verdacht

    Wo endet der legitime Kampf um Gerechtigkeit und wo beginnt die Geschäftemacherei? «Raubkunst-Industrie», «Restitutions-Business»: Solche Ausdrücke sind immer wieder zu hören. Meist sind es Kunsthändler, die sie verwenden, um Forderungen von angeblich «gierigen» Anwälten zurückzuweisen.

    Doch jenseits aller Polemik zeigt sich: Es gibt Marktinteressen, die mit der Rückgabe von Raubkunst verbunden sind.

    Oliver Meier ist dem Phänomen «Restitutions-Business» nachgegangen. Und er schildert die Auseinandersetzung um das Erbe des jüdischen Kabarettisten Fritz Grünbaum.

    Oliver Meier

  • NS-Raubkunst in privaten Sammlungen

    Öffentliche Museen sind verpflichtet, nach NS-Raubkunst in ihren Beständen zu forschen, und falls sie fündig werden, faire und gerechte Lösungen zu finden.

    Anders ist die Lage bei Privatsammlungen: Private müssen ihre Sammlungen nicht nach NS-Raubkunst erforschen, auch wenn Opferorganisationen viele NS-Raubkunstfälle gerade in Privatsammlungen vermuten. Warum ist das so? Und ist das gerecht?

    Ellinor Landmann

Autor/in: Ellinor Landmann, Oliver Meier, Moderation: Monika Schärer, Redaktion: Theresa Beyer