Der Landesstreik - innenpolitische Machtprobe mit Folgen

  • Dienstag, 24. Oktober 2017, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Dienstag, 24. Oktober 2017, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Dienstag, 24. Oktober 2017, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Der Landesstreik von 1918 prägte die Sozialpolitik, und das Streikrecht wird in der Verfassung garantiert - trotzdem sind Streiks in der Schweiz selten.

Der Landesstreik im November 1918 stellte die staatliche Autorität der Schweiz auf die Probe und löste die schwerste innenpolitische Krise des Bundesstaats aus. Gegen 250 000 Arbeiterinnen und Arbeiter folgten damals dem Streikaufruf des Oltener Aktionskomitees: Sie stellten die Maschinen in den Fabriken ab und liessen Trams und Züge stehen.

Wie kam es zum Landesstreik, was passierte damals und was hat er bewirkt? Und wie sieht es in der Gegenwart in Sachen Arbeitskampf aus, seit der Streik seit 2000 als Grundrecht in der schweizerischen Bundesverfassung verankert ist.

Beiträge

  • Innenpolitische Krise

    Mit der wirtschaftlichen Not im Ersten Weltkrieg wurden der Unmut der Arbeiterschaft und der Ruf der Sozialisten in der Schweiz lauter: Es kam immer öfter zu lokalen Streiks. Nach dem sogar die Bankangestellten in Zürich die Arbeit niedergelegt und am 9.

    November 1918 auch noch der deutsche Kaiser abgedankt hatte, sahen die bürgerlichen Kräfte in der Schweiz rot.

    Der Bundesrat liess die Armee aufmarschieren. Dies stiess auf Widerstand, der am 12. November im Landesstreik gipfelte. Das politische Ereignis markierte eine grosse innenpolitischen Krise führte aber zu sozialen Verbesserungen.

    Sabine Bitter

  • Renaissance des Streiks?

    Die Schweiz steht mit Österreich am Schluss der europäischen Streik-Statistik: Der «Arbeitsfrieden», das 1937 ausgehandelte Friedensabkommen in der Metall- und Maschinenindustrie, war lange sakrosankt. Doch seit 2000 ist der Streik als Grundrecht in der Bundesverfassung verankert.

    Steht die Schweiz damit vor einer Renaissance des Streiks, wie die Gewerkschaften hoffen? Oder ist er ein Relikt der letzten Jahrhunderte?

    Es diskutieren Paul Rechsteiner, St. Galler SP-Ständerat und Präsident des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes, und der Wirtschafts- und Sozialhistoriker Heiner Dribbusch.

    Maya Brändli

Autor/in: Sabine Bitter und Maya Brändli, Moderation: Brigitte Häring, Redaktion: Dagmar Walser