Deutschsprachige Literatur: einmal flop und einmal top …

  • Freitag, 24. Juli 2015, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Freitag, 24. Juli 2015, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Freitag, 24. Juli 2015, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Literarisch genügen sich die USA selber: Der Anteil an übersetzten Büchern beträgt weniger als 3 Prozent. Anders die Situation in Taiwan: Hier boomt das Geschäft mit fremdsprachigen Titeln, bereits ein Viertel der 40'000 jährlichen Neuerscheinungen stammt von Autorinnen und Autoren aus aller Welt.

Zwei Reportagen aus West und Ost fragen nach den Gründen für das gegensätzliche Leseverhalten: Luzia Stettler begleitete in New York den deutschen Bestseller-Autor Jan-Philipp Sendker bei der Lancierung seines neuen Romans.

Holger Heimann besuchte die grösste Buchmesse in Taiwan. Dort staunte er nicht schlecht, wie neugierig die Insel-Leute unter anderem nach Europa schauen.


Beiträge

  • Wie «Der Vorleser» in den USA durchstartete

    Es war eine kleine Sensation, als Bernhard Schlink mit seinem Roman «Der Vorleser» auf dem ersten Platz der «New York Times»-Bestenliste landete. Noch nie hatte ein deutschsprachiges Buch diesen Sprung an die Spitze geschafft.

    Der Grund: Oprah Winfrey hatte Schlink als Gesprächsgast in ihre Talkshow eingeladen und das Cover in die Kamera gehalten.

    Der Durchbruch eines ausländischen Buches sei aber nicht nur eine Frage der Medienpräsenz, betonen Branchenkenner. Wichtig sei natürlich auch das Thema: nicht jeder Stoff aus Europa eigne sich für Amerika.

    Luzia Stettler

  • Der harte Kampf um Aufmerksamkeit

    Ein grosser Bucherfolg in Europa garantiert noch lange nicht den Sprung auf den US-Markt. Der deutsche Schriftsteller Jan-Philipp Sendker suchte für sein Kultbuch, die burmesische Liebesgeschichte «Das Herzenhören», jahrelang einen Verleger.

    Erst als Jan-Philipp Sendker sein Glück auf eigene Faust versuchte, kam die Wende: er verkaufte drüben mehr als 340‘000 Exemplare. Jetzt nahm ihn ein renommierter US-Verlag unter Vertrag. Luzia Stettler hat Sendker bei der jüngsten Buch-Lancierung in New York begleitet.

    Luzia Stettler

  • Bücher als Fenster zur Welt

    Einmal im Jahr findet in Taiwans‘ Hauptstadt Taipeh eine grosse Buchmesse statt, zu der auch viele chinesische Verleger vom Festland anreisen. Holger Heimann traf dort auf ein enorm breites Angebot an deutschsprachigen Titeln.

    Das Interesse für Literatur aus Übersee hänge mit der isolierten Lage von Taiwan zusammen, meinte eine Übersetzerin: «Weil wir auf einer Insel leben, möchten wir zuerst die Welt ausserhalb kennenlernen.»

    Holger Heimann

Autor/in: Luzia Stettler, Moderation: Elinor Landmann, Redaktion: Cornelia Kazis