Die Rückkehr der Geier

  • Mittwoch, 29. August 2018, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Mittwoch, 29. August 2018, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Mittwoch, 29. August 2018, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Die Rückkehr der Bartgeier in den Alpen ist ein grosser Erfolg für die Vogelschützer. 40 Jahre nach dem Beschluss, diese riesigen Vögel wieder auszuwildern, fliegen bereits 250 Bartgeier durch die Alpen. Aber weltweit gesehen geht es den Geiern schlecht, sehr schlecht sogar.

In Indien ist die Zahl der Geier um 95 % gesunken. Der dramatischer Bestandeseinbruch ist vor allem auf ein Tiermedikament zurückzuführen, das bei Rindern als Entzündungshemmer eingesetzt worden ist. Die Geier ertragen dieses Medikament namens Diclofenac nicht. Wenn sie ein Rind fressen, das kurz vor seinem Tod damit behandelt worden ist, sterben die Geier in grosser Zahl. Unterdessen ist dieses Medikament auch in Spanien und Italien zugelassen, wo 80 Prozent aller europäischen Geier leben. Bisher gab es allerdings kaum Vergiftungsfälle.

Während die Zahl der Bartgeier in den Alpen stetig wächst und die Zahl der Gänsegeier in Frankreich und Spanien fast schon explodiert, sind die beiden anderen europäischen Geierarten, der Mönchs- und insbesondere der Schmutzgeier vom Aussterben bedroht. Warum diese Unterschiede – und was brauchen die Geier, um überleben zu können?
 

Beiträge

  • Knochenbrecher aus den Hochalpen

    Seit zwei Monaten übernachtet die Wildbiologin Franziska Lörcher im Gebirge. Sie bewacht zusammen mit einer Praktikantin zwei junge Bartgeier, die in der Innerschweiz ausgewildert worden sind.

    Fast täglich bringen sie den Tieren Fleisch und Knochen, denn Bartgeier ernähren sich zu 70 Prozent von Knochen. Aber wie man zu grosse Knochen selber zertrümmert, das müssen die jungen Bartgeier nun selber lernen. Eine Reportage von der Melchsee-Frutt

    Christian von Burg

  • Was den Geiern schadet

    Warum die Rückkehr der Bartgeier in die Alpen funktioniert ist unterdessen klar: Sie ist eng verknüpft mit der Rückkehr des Steinbocks. Aber warum es den Geiern weltweit gesehen immer schlechter geht, ist oft nicht immer klar.

    Ein Grund ist die Jagd in gewissen Regionen Afrikas, wo die Geier für magische Zwecke verwendet werden. Oft ist auch Gift im Spiel; Gift, das gegen Wölfe, Füchse oder Hunde ausgelegt wurde, das dann aber auch die Geier vergiftet. Doch häufig bleibt der Rückgang der Geierarten auch rätselhaft. Eine Spurensuche mit dem Autor der Sendung.

    Christian von Burg

  • Schildkrötenfresser in Griechenland

    Im Dadia-Nationalpark in Griechenland kamen einst alle vier europäischen Geierarten vor. Der Bartgeier ist verschwunden und die Vogelschützer kämpfen jetzt vor allem darum, dass die sehr seltenen, majestätischen Mönchsgeier bleiben.

    Dora Skartsi vom WWF begleitet und erforscht diese Vogelart seit 25 Jahren. Sie weiss unterdessen, wie die schlauen Vögel an ihr Lieblingsessen, an Landschildkröten rankommen. Und sie hat zusammen mit ihren Kollegen herausgefunden, dass Mönchsgeier nicht wie lange gedacht, treu als Paar zusammenbleiben. Eine Reportage von der türkisch-griechischen Grenze.

    Christian von Burg

Autor/in: Christian von Burg, Moderation: Hansjörg Schultz, Redaktion: Anna Jungen