Digitale Arbeitsnomaden – Neue Freiheit oder Prekariat?

  • Dienstag, 5. Februar 2019, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Dienstag, 5. Februar 2019, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Dienstag, 5. Februar 2019, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Selbstbestimmt arbeiten wo und wann man will, auf dem Balkon, im Café, am Strand. Die digitale Technik und Unternehmen, die elektronische Plattformen betreiben und ihre Aufträge digital vergeben, machen es möglich. Doch was als neue Freiheit der Arbeit winkt, endet nicht selten im Prekariat.

Sie arbeiten im Homeoffie, im Café, im Open-Space oder sind unterwegs. Sie arbeiten mit dem, was sie im Laptop haben und nennen sich Crowdworker, Contentmanager oder Mikrojobber. Sie bewirtschaften elektronische Plattformen von Versandhäusern, Hauslieferdiensten oder von hippen Startups, die mit einer Geschäftsidee im Netz durchzustarten hoffen. Immer mehr Arbeitskräfte erzielen ihr Einkommen über eine Tätigkeit, die sie orts- und zeitunabhängig digital verrichten.

Kontext zeigt Vor- und Nachteile dieser Arbeitsform auf und gibt Einblick in die Szene des digitalen Nomadentums.

Weitere Themen der Serie «Arbeitswelten»:

Beiträge

  • Arbeitsort: «Wo es mir passt!»

    Lorenz Ramseyer ist ein digitaler Arbeitsnomade. Selbstgewählt und überzeugt. Doch seit er ein Kind hat, ist er nicht mehr in der ganzen Welt unterwegs, sondern vor allem in der Schweiz.

    Kontext hat ihn während seiner Arbeit durch Bern begleitet. Der Weg führte in Cafés und in Bibliotheken. Lorenz Ramseyer weiss auch um die Schattenseiten dieser Arbeitsform. Deswegen hat er das Netzwerk digitalenomaden.ch gegründet.

    Noëmi Gradwohl

  • Crowdworkern über die Schulter geschaut

    Crowdworking als ortsunabhängiges Online-Arbeiten hat ein Image, das zwischen «Flaschensammeln im Internet» - also einem neuen Prekariat - und «in der Hängematte durchs Internet surfen» schwankt, also eine schöne, neue Welt suggeriert.

    SRF-Deutschlandkorrespondent Peter Voegeli besucht einen Crowdworker im Homeoffice in Berlin-Wedding und Unternehmerinnen des «Citizen Circle».

    Peter Voegeli

  • Coolness und Hungerlohn

    Die junge französische Philosophin Mathilde Ramadier hat in Berlin, dem Hotspot digitaler Startups, während vier Jahren die Probe aufs Exempel gemacht. Sie hat als digitale Arbeitsnomadin für 12 verschiedenen Unternehmen gearbeitet und über ihre Erfahrungen ein Buch geschrieben.

    Sie spricht von einer inszenierten Coolness, einer manipulativen Sprache und einer verlogenen Solidarität in der Szene, welche die prekäre Arbeitssituation zu verschleiern suche.

    Sabine Bitter

  • «Umbau von grosser Wucht»

    Ein grosser Teil der Arbeitskräfte in der Schweiz nutzt im Beruf die digitale Technologie. Das Wirtschaften über digitale Plattformen ist in der Schweiz denn auch bedeutend stärker verbreitet als in anderen Ländern wie etwa in den USA, Grossbritannien oder Deutschland.

    Die Gewerkschaft Syndicom spricht von einer «epochalen Veränderung» des Arbeitslebens und der Gesellschaft. Kontext fragt nach, was dies für die Arbeit von Morgen bedeutet.

    Sabine Bitter

Autor/in: Sabine Bitter, Noëmi Gradwohl, Peter Voegeli, Moderation: Norbert Bischofberger, Redaktion: Sabine Bitter. Produktion: Maya Brändli