Europas öffentlich-rechtliche Medien im Gegenwind

  • Montag, 15. Januar 2018, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Montag, 15. Januar 2018, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Montag, 15. Januar 2018, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Nicht nur in der Schweiz wird der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Frage gestellt. Auch in Italien, Frankreich, Deutschland und Österreich stehen die Zeichen auf Sturm. Aber jedes Land geht anders damit um. Eine Tour dhorizon.

Wo liegen die Unterschiede im Selbstverständnis des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in unseren Nachbarländern? Wie finanzieren sich die verschiedenen Systeme und wo liegen – mit Blick auf die Zukunft - die spezifischen Herausforderungen in jedem dieser Länder?

Einblicke in die Mechanismen medialen Wandels.

Beiträge

  • Italien: Geschwächt, aber nicht zerschlagen

    In der Schweiz hört man mitunter die Meinung, der langjährige Regierungschef und Medienunternehmer Silvio Berlusconi habe den öffentlich-rechtlichen Rundfunk Italiens, die RAI, geschwächt, ja regelrecht zerschlagen. Dies zugunsten seines eigenen Medienkonzerns mit dem Namen Mediaset.

    Silvio Berlusconi und seine Medien würden die Informationsvermittlung in Italien weitgehend kontrollieren und steuern. Doch dieser Eindruck täuscht, sagt unter anderem der italienische Medienprofessor Enrico Menduni.

    Franco Battel

  • Österreich: Ungewisser Einfluss des Regierungswechsels

    Der ORF betreibt vier Fernseh- und zwölf Radiosender und mit «orf.at» das meistgenutzte Nachrichtenportal des Landes. Namhafte Politiker der neuen Regierungsparteien haben angekündigt, den ORF an Haupt und Gliedern zu reformieren.

    Kenner österreichischer Gepflogenheiten wissen, was das bedeutet: eine Umfärbung der Führungspositionen.

    Der Kommunikationswissenschaftler Fritz Hausjell erwartet, dass der ORF von der Regierung stärker kontrolliert werden wird als in den vergangenen Jahren.

    Günter Kaindlstorfer

  • Deutschland: Zunehmend unter Beschuss

    Entstanden ist der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg als Gegenentwurf zum zentralistisch organisierten Staatsfunk der NS-Diktatur.

    Der öffentlich-rechtliche Rundfunk soll mit seinen Programmangeboten zur Information, Bildung, Beratung, Kultur und Unterhaltung einen Beitrag zur Sicherung der Meinungsvielfalt und somit zur öffentlichen Meinungsbildung leisten.

    Doch immer öfter melden sich in Deutschland Stimmen zu Wort, die fordern, die «unheimliche Macht» zurückzubinden. Dabei stehen vor allem die Fernsehanstalten ARD und ZDF im Fokus der Kritik.

    Sven Ahnert

  • Frankreich: Wenig Diskussionen

    Der öffentliche Medienmarkt Frankreichs ist gross und umspannt die ganze Welt. Auch im Inland ist das Netz mit eigenständigen Regional-Radios und Fernseh-Redaktionen fein gespannt. Politisch ist das wenig bestritten. Bisher stellte keine Regierung die öffentlich-rechtlichen Medien in Frage.

    Diskutiert wird einzig über die Kosten.

    Die technologische Entwicklung macht zudem die Abgrenzung der historisch getrennten Radio- und TV-Angebote immer mehr obsolet. Deshalb erheben sich in Frankreich immer mehr Stimmen, die die Angebote der öffentlichen Medien überprüfen wollen.

    Charles Liebherr

Autor/in: Bernard Senn, Raphael Zehnder, Moderation: Bernard Senn, Redaktion: Noemi Gradwohl