Immer im Aufregungszustand

  • Freitag, 3. April 2020, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Freitag, 3. April 2020, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Freitag, 3. April 2020, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Jetzt mal ganz abgesehen vom Coronavirus Viele Menschen regen sich häufig auf. Über Wichtiges und Unwichtiges. Und sie scheinen es zu geniessen. Warum diese Lust an der Daueraufregung?

Nicht nur Parteien, die einen permanenten Wahlkampf führen, sind dauernd hocherhitzt. Die Öffentlichkeit stürzt sich gierig auf jeden Tweet des US-Präsidenten. Erwachsene Männer ereifern sich über Greta Thunberg und die Feministinnen

Über alles kann man sich aufregen: über Brexit, Klimawandel und Genderstern, über Migration, den Falschparkierer vor dem Haus und den Velofahrer, der keine rote Ampel kennt. Empörung ist das Gefühl, das einem permanent begegnet.

Überlegungen zu einem Phänomen, von Johannes Ullrich, Professor für Sozialpsychologie an der Universität Zürich, und dem Philosophen Philipp Hübl aus Berlin.

Beiträge

  • Das Individuum und die Gesellschaft

    Die Aufregung hat eine Funktion: Dem einzelnen Menschen dient sie dazu, Gleichgesinnte zu finden und sich in seiner Gruppe zu positionieren. Für die Gesellschaft ist sie ein Motor, der zu Veränderungen führt. Doch nicht jede Empörung, nicht jede Aufregung ist erwünscht.

    Gedanken von Johannes Ullrich, Professor für Sozialpsychologie an der Universität Zürich.

    Raphael Zehnder

  • Polarisierung

    Die Daueraufregung fördert die Polarisierung. Nur mit pointierten Äusserungen lässt sich Beifall ernten. Wer massvoll und besonnen ist, geht als langweilig unter. Dieser Mechanismus führt zu einer Radikalisierung auf der rechten wie auf der linken Seite.

    Die Moral der Menschen sei stark emotional geprägt, doch die Vernunft kann vorschnelle Urteile korrigieren, sagt der Philosoph Philipp Hübl, Autor des Buches «Die aufgeregte Gesellschaft» (C. Bertelsmann). Ein Gespräch.

    Raphael Zehnder

  • Wie der Daueraufregung entkommen?

    Die Antwort des Sozialpsychologen Johannes Ullrich und des Philosophen Philipp Hübl.

    Raphael Zehnder

Autor/in: Raphael Zehnder, Moderation: Monika Schärer, Redaktion: Sabine Bitter