Krisen, Konflikte Katastrophen: die Bühne als Spiegel

  • Freitag, 26. August 2016, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Freitag, 26. August 2016, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Freitag, 26. August 2016, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Vom täglichen Drama in Syrien bis zum Leben in der verseuchten Ukraine: Produktionen zu solchen Themen sind momentan an Schweizer Festivals zu sehen. Auf welche Weise bewältigen Theaterschaffende auf der Bühne ihre krisengeschüttelte Vergangenheit und aktuellen Konflikte?

Immer wieder nutzen Theaterschaffende die Bühne, um sich mit politischen Konflikten und Krisen auseinanderzusetzen. Sie wagen den unverstellten Blick ins eigene Land oder auch in ein fremdes.

Das Zürcher Theaterspektakel und weitere Schweizer Festivals haben dieses Jahr gleich mehrere solcher Produktionen im Programm.

In Gesprächen erzählen die Künstlerinnen und Künstler, wie sie diese Geschichte auf der Bühne bewältigen, welche politischen Fragen zur Debatte stehen und was wir hier daraus lernen können.

Beiträge

  • Syrien: Land im Koma

    Der syrische Dramatiker Mohammad al Attar beschreibt in «While I Was Waiting» den Zustand seiner Heimat als einen Patienten im Koma. Das Spitalzimmer wird zur Grauzone zwischen Leben und Tod, das Dasein pendelt zwischen Hoffnung und Verzweiflung.

    Im Gespräch berichtet der Dramatiker über die Entstehung des neuen Stückes und erzählt, inwiefern die Arbeit mit dem Ensemble zur Bewältigung der aktuellen Lage beiträgt.

    Hinweis:«While I Was Waiting» von Omar Abusaada und Mohammad Al Attar: diverse Vorstellungen an Theaterfestivals in der Schweiz.

    Kaa Linder

  • Als Jugoslawien noch ein europäisches Land war

    Was heisst es, wenn man in einem Land aufgewachsen ist, das es nur noch in der Erinnerung gibt? Sanja Mitrovi? und Vladimir Aleksi? stammen beide aus dem ehemaligen Jugoslawien. Solidarität und Gerechtigkeit waren damals wichtige Werte.

    Die beiden Theaterschaffenden versuchen, in ihrer Produktion «I Am Not Ashamed of My Communist Past» mit ihren Biografien und dem einst blühende jugoslawische Filmschaffen nicht nur ihre eigene Geschichte zu erzählen, sondern auch eine europäische.

    Noëmi Gradwohl

  • Vom Leben in der verbotenen Zone bei Tschernobyl

    Zvizdal ist ein Dorf in der Nähe des Reaktors von Tschernobyl. Nach der Nuklearkatastrophe sind alle Bewohner weggegangen – ausser Petro und Nadja. Sie leben noch immer dort, ohne fliessendes Wasser und ohne Strom.

    Die belgische Theatergruppe Berlin hat das über 80-jährige Paar mehrfach besucht und aus den Begegnungen eine aufwühlende theatrale Videoperformance geschaffen. Regisseur Bart Baele erzählt, warum eine Geschichte über Isolation und Einsamkeit global gültig sein kann.

    «Zvizdal. Chernobyl – so far so close» des Künstlerensembles Berlin: Mi, 31.8. bis 2.9. am Zürcher Theaterspektakel.

    Noëmi Gradwohl

  • Das Ende von Europa?

    Mit «Empire» beschliesst der Schweizer Regisseur Milo Rau seine Europatrilogie.

    In biografischen Close-ups von Menschen, die als Flüchtlinge nach Europa kamen oder an seinen Rändern leben, setzt er sich mit den kulturellen Wurzeln, der politischen Gegenwart und Zukunft des europäischen Kontinents auseinander.

    Im Gespräch bilanziert Milo Rau, wie das zukünftige Gesicht des Kontinents aussehen könnte.

    Hinweis:«Empire» von Milo Rau & IIPM: 1.9. bis 4.9. am Zürcher Theaterspektakel

    Kaa Linder

Autor/in: Kaa Linder, Noëmi Gradwohl, Moderation: Brigitte Häring, Redaktion: Raphael Zehnder